BERLIN BLONDES The Complete Recordings 1980-1981

BERLIN BLONDES
The Complete Recordings 1980-1981
Cherry Red Records

Die aus Glasgow stammenden Berlin Blondes waren in verschiedener Hinsicht Kinder ihrer Zeit, aber doch mit eigenem Charakter. Zeitgleich mit Visage, die allgemeinhin als Begründer der New-Romantik-Bewegung gelten, erschien das Quartett um Sänger Steven Bonomi 1978 auf der Bildfläche. Ihr futuristischer Look passte gut zum Stil der New-Romantik-Bewegung. Bloss hatten Berlin Blondes keinen Song wie «Fade To Grey», was wahrscheinlich auch nicht unbedingt ihr Ziel gewesen war!? Berlin Blondes benützten zwar auch Synthesizers, vermischten diese aber immer wieder mit punkig verzerrten Gitarren. Live coverte das Quartett schon mal «Funtime» & «Sister Midnight» (beide von Iggy Pop) und Kraftwerks «The Model». 1980 erschien ihrer erste und einzige LP. Die neun Songs klingen zuweilen düster («Romance», «Zero Song»), vermischten Post-Punk mit Synthpop, gingen nahe an ihre Vorbilder wie in «Mannequin», das an Kraftwerk mahnt oder bauten theatralische Momente ein («Astro»). Das Glatte und Oberflächliche von Bands wie Spandau Ballet oder Duran Duran ging den Berlin Blondes ab. Musikalisch vermischten sie den Sound von Gary Numan mit den frühen Ultravox (mit John Foxx) und David Bowies Berlin-Trilogie («Low», «Heroes» und «Lodger»). Dieser klingt auch heute noch spannend und aktuell. Weil sich ihr selbstbetiteltes Album nicht gut verkaufte, wurden die Berlin Blondes bald darauf fallengelassen. Bassist David Rudden formierte später Endgames und Jim Spender (aka Jim McKinven) (Keyboards & Synths) verliess die Band in Richtung Altered Images.

Roebi
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