CITY KIDS FEEL THE BEAT Cheeky Heart

CITY KIDS FEEL THE BEAT
Cheeky Heart
Uncle M

Pop-Punk haftet das klebrige Laster der Nostalgie an, kommen doch die großen Leistungen des Genres aus den frühen 2000ern und sind den meisten Menschen eher aus dem Abspann von High-School-Filmen als aktuellen Alben bekannt. Gerade fünf Ulmer transportieren den Sound ihrer Jugend trotz allem ins Jahr 2018: City Kids Feel The Beat spielen mit ihrem Debütalbum „Cheeky Heart“ einen zeitgemäßen Mix aus Pop-Rock, Party- und Melodic-Hardcore-Anleihen und somit ein Feuerwerk aus Spielfreude und Eingängigkeit. Die Inspiration aus jugendlicher Orientierungslosigkeit wird dabei besonders in Songs wie “What I Can’t Get” oder dem Titeltrack deutlich, das den allgegenwärtigen Konflikt zwischen Herz und Kopf beschreibt. Als Stimme einer optimistischen, aber desillusionierten Jugend, die sich nur allzu gerne in Gefühlschaos flüchtet, ziehen sie dabei stets ein hoffnungsvolles Fazit – “Life” beispielsweise fasst die Höhen und Tiefen des Alltags humorvoll zusammen: „Life is a bitch / But she is fucking hot.“ In anderen Momenten widmet sich die Band dann aber auch klassischen Punk-Themen wie weltpolitischem Chaos, das auf “Balls Of The Dragon” angeprangert wird: “There’s a lot of darkness in this world / So much trouble, so much pain.” Musikalisch und klangtechnisch halten die rundum gelungenen Songs den Vergleich mit internationalen Szene-Größen wie Neck Deep, Zebrahead oder Anti-Flag absolut aus, was für eine deutsche Band bei Weitem nicht selbstverständlich ist. Zeitgemäßer Pop-Punk aus Deutschland funktioniert also doch.

Wollart
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