DEVIL MAY CARE – Divine Tragedy

DEVIL MAY CARE
Divine Tragedy
Uncle M

cw. Post-Hardcore und Metalcore gibt es auch im deutschsprachigen Raum in ziemlichem Überfluss. Für die wirklich guten Platten muss man entsprechend tief schürfen. Als gutes Vorabzeichen darf man aber vielleicht sehen, wenn sich zahlreiche Größen der Szenen dazu entschließen, auf einer einzigen Platte zusammenzukommen. So geschieht das aktuell bei Devil May Cares „Divine Tragedy“, auf der sich ein wahrhaft prominentes Kollektiv aus Durchstartern und Geheimtipps zusammengefunden hat. Die Band hat so Unterstützung von Rising Insane, Like Pacific und Venues bekommen und selbst die Rap-Post-Hardcore-Senkrechtstarter Sperling haben sich zu einem Feature hinreißen lassen. Warum das so ist, zeigen Devil May Care in jedem Song. So brachial wie nur irgendwie möglich prescht die Band durch ein stürmisches Instrumental nach dem anderen. Soundwände türmen sich auf und verfallen trotzdem nicht in brutalen Stumpfsinn, sondern lassen Platz für Melodie, hörbare Strukturen und Dramaturgie. Ihre facettenreiche und vielseitige Musik verwendet die Band dabei, um verschiedene Akte menschlicher Selbstzerstörung darzustellen und kommt so nicht nur zu großen weltpolitischen Fragen wie dem Klimawandel, sondern setzt sich zum Beispiel auch mit den Folgen von Drogenkonsum auseinander. So ist „Divine Tragedy“ schließlich ein knallharter Trip durch die verschiedenen Ebenen des Destruktiven, der musikalisch aber – das ist das Bemerkenswerte an der Platte – sehr viel mehr kann als nur kaputtmachen.

Wollart
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