MELVINS At The Stake – Complete Atlantic Recordings 1993-1996

MELVINS
At The Stake – Complete Atlantic Recordings 1993-1996
Cherry Red Records

Vielleicht dachte Atlantic 1993 die Melvins wären die nächsten Nirvana!? Nach dem phänomenalen Erfolg der Band um Kurt Cobain verpflichten nicht nur Majorlabels wie Atlantic alles, was nur annähernd nach Grunge roch. Die Melvins rochen nicht nur nach Grunge, die 1983 gegründete Band war sogar ein Vorläufer dieses Genres. Die Rechnung ging auf mit «Houdini», dem ersten Melvins Album auf Atlantic. Besagtes Werk landete 1993 auf Platz 29 der Billboard Heatseekers Charts. Die Melvins wären aber nicht die Melvins, wenn sie sich um Verkaufszahlen und anderes kümmern würden. Und Hits wie «Smells Like Teen Spirit» wollte die Band um King Buzzo (Gesang, Gitarre) und Dale (Drums) schon gar nicht schreiben. Das folgende Album «Stoner Witch» (1994) war dann eine arge Zumutung für Atlantic. Die elf Songs klingen, trotz des kuscheligen Schwans auf den Cover, wie eine lebendig gewordene, ächzende und quietschende Donnerwalze.  Trotzdem erhielten die Melvins noch eine Chance, ein weiteres Album auf Atlantic zu veröffentlichten. «Stag»  (1996)  entpuppte sich leider wieder nicht als das nächste «Nevermind». Und so endete die Geschichte von Atlantic und den Melvins. «At The Stake – Complete Atlantic Recordings 1993-1996» erinnert noch einmal an diese Begegnung der ausserirdischen Art. Alle drei CDs sind mit Bonustracks versehen. Interessant sind diesbezüglich krachende Interpretationen von Coversongs wie «Rocket Reducer No. 62 (Rama Lama Fa Fa Fa)» (MC5),  «Lexicon Devil» (Germs) oder Pink Floyds «Interstellar Overdrive». Würde es die Melvins nicht geben, müsste man sie erfinden.

Roebi
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