REVEREND BEAT-MAN & THE NEW WAVES Blues Trash

REVEREND BEAT-MAN & THE NEW WAVES
Blues Trash
Voodoo Rhythm

hug. Satte zehn Jahre mussten wir warten, bis uns Reverend Beat-Man endlich einen Nachfolger zu seinen letzten beiden Alben «Surreal Folk Blues Gospel Trash» Volume 1 und 2 gewährt. Was natürlich nicht heisst, dass der Berner in der Zwischenzeit untätig gewesen wäre: Der Reverend ist ja bekanntermassen auch das Einmann-Unternehmen Voodoo Rhythm Records, und als solcher beglückt er seine Fangemeinde unablässig mit grossartigem internationalem Garagen-Trash, der neuste Release des Labels stammt von Trixie and her Trainwreck aus San Francisco und Berlin. Nun denn: Beat-Man alias Beat Zeller hat für «Blues Trash» diejenigen vier Leute zusammengetrommelt, mit denen er zurzeit am liebsten zusammenspielt und Konzerte gibt. Das sind die amerikanisch-mexikanische Sängerin Nicole Izobel Garcia, der deutsch-bosnische Akkordeonist Mario Batkovic, den Berner Drummer Julian Satorius und den ebenfalls in Bern beheimateten Multiinstrumentalisten Resli Burri (der Ex-Patent-Ochsner mit dem ewig gültigen «Boum!»-Song, der jetzt bei den Dead Brothers spielt, die ihrerseits ihre Alben bei Voodoo Rhythm veröffentlichen). Beat-Man hat also seine Freunde ins Studio geholt, ohne dass diese irgendeine Idee gehabt hätten von dem, was nun kommen würde. Er hat ihnen einen Song ein einziges Mal vorgespielt, und dann gings schon los mit Aufnehmen, es gab pro Song genau zwei Takes. Das ist sehr mutig. Aber auch sehr typisch, denn der Beat-Man muss wild sein, unberechenbar und chaotisch. Und natürlich: Das Ensemble war ja schon gut eingespielt. Herausgekommen sind nun 12 neue Songs, die auch umständehalber vergleichsweise angenehm daherkommen, übersichtlicher jedenfalls als ältere Alben wie «…and the Church Of Hopes» und sogar etwas geschmeidiger und ruhiger als die eingangs erwähnten Volumes 1 und 2. Man könnte schon fast sagen: schöne Beat-Man-Musik. Wenn er singt «lass uns Liebe machen am Strand und auch in dem See», dann ist man ergriffen, und minimalistische Tracks wie «Looking Right Through» und «The White Wolf Is Back In Town» sind hypnotisch cool.
Jetzt geht Beat-Man auf ziemlich grosse Tour, wahlweise im Quintett oder im Duo mit Nicole Izobel, nach Amerika, England und ziemlich viel Europa. Dabei zeigt er fünf Videos, die von Vinyl abgespielt werden (wie auch immer das funktioniert, aber auch das eine klassische Vodoo-Idee).

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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