ANTON BARBEAU Power Pop!!!

ANTON BARBEAU
Power Pop!!!
Big Stir Records

Der Amerikaner Anton Barbeau war einmal ein Künstler, der durchaus mit dem einen oder anderen Bein im Genre Power Pop stand. Das ist aber doch eine Weile her. Heute scheint er diesem Genre eher kritisch gegenüber zu stehen. Nicht nur die drei Ausrufezeichen hinter dem Albumtitel «Power Pop!!!» lassen dies erahnen, auch die Kurzerklärung des besagten Begriffes auf der CD-Rückseite haut in diese Kerbe. Aua!!! Das Album «Power Pop!!!» offeriert, wie man vermuten könnte, natürlich keinen Power Pop. Die 19 Songs sind ein Mix aus unterschiedlichen Genres, eigenwillig dargebracht. Der Song «Julian Cope» gibt einen möglichen Hinweis auf die musikalische Ausrichtung. Cope, der einmal die New-Wave /Post-Punk Band The Teardrop Explodes anführte, ist bekannt für seine psychedelische Exzentrik. Das Album beginnt mit dem eher düsteren Instrumental «Entrez-Vous Dans Les Maisons». Der Titeltrack ist dann doch nicht so Anti-Power-Pop, wenn Mann und Frau von den Soundeffekten absieht: «I Like My Music Sweet And Soft Like Me.» In «American Road» wünscht Barbeau sich, nicht im Auto auf amerikanischen Strassen zu sterben. Musikalisch ist besagter Song ein kunterbunter Mix aus Synth-Pop, Psychedelik, Indiepop und Anleihen an Barockpop. «Hillbilly Village» bietet spassigen Cow-Punk à la Social Distortion oder Blood On The Saddle. «Pompadour Toupee» offeriert 14 Sekunden Luftigkeit. «Drugs» ist ein ambivalenter Anti-Drogen-Song? Vielleicht folgt die rhythmische Synth-Pop-Nummer «Free» nicht ohne Grund gleich darauf? «Slash Zed Zip» ist dann wieder (synthetische) 47 Sekunden lange Luftigkeit. Die Ehrerbietung an sein Vorbild Julian Cope ist schliesslich Psychpop pur. Der 80er Synthpop von «Running On The Edge Of The Knife» klingt wie ein Gegenstück dazu. Beendet wird «Power Pop!!!» mit einem dramatischen Synthpop-Instrumental. Power aber nicht Pop!!!

Roebi
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