SACRED REICH – Awakening

SACRED REICH
Awakening
Metal Blade / Sony
 
lg. Wenn eine wichtige und altgediente Thrash-Metal nach 23 Jahren Albumabstinenz wieder eine neue Scheibe veröffentlicht, wird das heutzutage in den Genre-affinen Medien entsprechend gepusht. Die Truppe aus Phoenix/Arizona um Sänger/Bassist Phil Rind hat Ende 80er/anfangs 90er mit der EP „Surf Nicaragua“ und dem Album „The American Way“ zwei Klassiker veröffentlicht, doch ist sie dem Underground nie vollends entwachsen und die nachfolgenden Scheiben („Heal“, „Independent“) schlugen nicht wirklich ein und gingen in den musikalischen Wirren der Mid-90s unter. „Awakening“ präsentiert nun Sacred Reich, welche neben Phil Rind aus Ur-Gitarrist Wiley Arnett sowie Drummer Dave McClain (ex-S.A. Slayer, bereits 1991 bis 1997 bei Sacred Reich dabei und danach bis 2018 bei Machine Head) und Gitarrist Joey Radziwill bestehen, in sehr guter Form. Die Songs knüpfen dort an, wo die Band nach „The American Way“ hätte weitermachen sollen. Tighter Thrash-Metal mit sowohl schnellen wie auch groovenden Parts und dem coolen Gesang von Phil Rind (der zuvor nie besser war) packen den geschmackssicheren Hörer sofort und zaubern einem ein grosses Grinsen ins Gesicht. Man höre nur den Titeltrack, „Divide & Conquer“ oder „Manifest Reality“, welche alle gut reinhauen und für die Scheibe repräsentativ sind. Zudem sind die Texte nach wie vor sozial- und regierungskritisch, so dass man bei Sacred Reich fast von altem Wein in neuen Schläuchen sprechen kann. Die Produktion ist zeitgemäss und das Artwork wunderbar ausgefallen. Sehr erfrischendes, wenn auch mit 31 Minuten etwas kurzes Comeback. Beide Daumen hoch!
 
Laurent Giovanoli

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