Curt Boettcher & Friends Looking For The Sun

Curt Boettcher & Friends
Looking For The Sun
High Moon Records

Curt who? Obwohl der aus Eau Claire, Wisconsin, stammende Boettcher die US-Musikszene in den 1960er Jahren massgeblich mitprägte, ist er heute bloss noch Insidern bekannt. 1944 geboren, gründete er 1964 die Folkband The GoldeBriars. Nach deren Ende fokussierte Boettcher sich aufs Songwriting für Künstler wie Lee Mallory oder The Association. Für letztere produzierte er den US-Nummer 1 Hit “Cherish” und “Along Comes Mary” (Nummer 7). In der Folge arbeitete Boettcher neben vielen anderen mit Tommy Roe, den Beach Boys, Elton John und Gene Clark von den Byrds. “Looking For The Sun” enthält 21 Songs von weniger bekannten Bands und Künstlern, die Boettcher produzierte oder für die er Songs schrieb oder arrangierte. Der Auftakt macht “You Were Near Me” von der Schauspielerin und Sängerin Cindy Malone. Die bis dato unveröffentlichte Nummer offeriert vorzüglichen Sunshinepop. Boettcher gilt auch als Wegbereiter dieses Genres. “Take Back Your Mind”, der erste von drei Ray Whitley Songs ist feiner Barock-Pop. “Milk And Honey” von den Summers Children, geschrieben von Boettcher, ist Sunshinepop mit einer Prise Psychedelik. “Did You Get Your Fun”, geschrieben und gesungen von Christine Costello, der Tochter von Schauspieler Lou Costello, offeriert infektiösen Girl-Group-Sound. Nach zwei eher mässigen, fast Schlager-haften Tracks von Keith Colley ist der nächste Lichtblick Eddie Hodges “Shadows And Reflexions”, eine wunderbare Barockpop-Nummer. Auch die beiden Nummern von Action Unlimited sorgen für Aufregung, speziell das experimentierfreudige “My Heart Cries Out”. Zwei weitere Highlights kommen von Sandy Salisbury, der zusammen mit Boettcher in der genialen Psych-Pop und Barockpop-Formation The Millennium (als Einstieg ist „To Claudia On Thursday“ zu empfehlen) spielte. Und zum Abschluss, quasi als Sahnehäubchen, folgt die legendäre Band Sagittarius um Produzent und Songwriter Gary Usher. Gerade die Sunshine- und Barockpop-Nummer „Another Time“ ist schlichtwegs unwiderstehlich. Besser kann es fast nicht werden.

Roebi
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