Meehh Metal, Meeeh Suff, Meeh Headbanging!

Wie herrlich nur schon der Name dieses herrlichen Festivals in Hüttikon ist: Meh Suff! Ausgehend von den letzten beiden Jahren, wird auch dieses Jahr das Meh Suff-Metalfestival (06./07. September 2019) sehr angenehm und genickdemolierend. Es treffen sich die Bösesten der Bösen, der ganze Platz erscheint als schwarze Augenweide. Die Bands kommen, brettern drauflos – wütend und hart –, die Zuschauer growlen mit. Dann gehen die Bands wieder, es wird artig gewartet, bis die nächste Metalband auf die Bühne schreitet, und während man wartet, entpuppt sich der grimmige, bärtige und volltätowierte Typ neben dir als Hello-Kitty-Fan, der so gemütlich drauf ist wie ein Glücksbärchi. Das Meh Suff hat wohl mehr Charme als die meisten Populär-Festivals in der Schweiz! (Ja, auch wegen den härzig schwarz bekleideten, headbangenden Glückbärchis).

Das Verweilen zwischen den Bands hat einen simplen Grund: Es hat lediglich eine Bühne. Auf ebendieser spielen jedoch hervorragende Bands, die für ein glückliches Gemüt sorgen, wie zum Beispiel: Satyricon, Sodom, Thanatos, Amorphis und Watain, die sich in die Running Order eingliedern. Das Schweizer Metalfestival punktet zudem stark, indem jährlich auch Schweizer Bands auftreten, was das Ganze noch sympathischer macht, als es eh schon ist. Dieses Jahr sind die Glücklichen: Burning Witches, Slamentation, Voice Of Ruin, Blow Job, Lotrify und Zeal & Ardor.

TRACKS stellt sie vor:

Burning Witches

Sie brennen! Nachdem die Schweizer Newcomerinnen aus Brugg 2017 mit ihrem selbstbetitelten Debüt, das von V.O. Pulver (Panzer, Destruction, Pro-Pain) und Schmier (Destruction) produziert wurde, mächtig eingeschlagen haben, wurden sie 2018 von Nuclear Blast unter Vertrag genommen. Vor Kurzem verliess die Sängerin Seraina Telli die Hexen, die Nachkomme ist bereits geregelt: Die Niederländerin Laura Guldemond der Band Shadowrise wird die Heavy Metal/Power Metal-Band komplettieren. 

Slamentation

Die Churer Brutal Death/Slam Death Metaller waren kürzlich in den USA auf Tour, spielen immer wieder Konzerte in der Schweizer Umgebung, und ein Halt ist nicht in Sicht. Vier Männer und eine Frau bearbeiten ihre Instrumente, growlen, bis die Seele rausflutscht, und drücken schön.

Voice Of Ruin

Melodischer Death Metal, mit hier ein bisschen Groove und da ein bisschen Thrash, dazwischen kurze Anlehnungen an Black Metal. Die Nyoner (sagt man denen tatsächlich so?) spielten neben Bands wie Sepultura, Cannibal Corpse, Hatebreed. Da überrascht es nicht, dass sie mittlerweile Shows und Festivals in Europa, Indien und Nepal spielen. Ihr zweites Album, das 2017 veröffentlicht wurde, wurde von Romesh Dodangoda (Motörhead, Bring Me The Horizon, Sylosis…) in England produziert und aufgenommen. Das dritte Album «Acheron», das im September 2019 veröffentlich wird, entstand in Zusammenarbeit mit den Produzenten Henrik Udd und Fredrik Nordström (In Flames, Arch Enemy, Architects, Dimmu Borgir) – man darf gespannt bleiben.

Blow Job

Thrash/Death Metal aus Uri von fünf Typen, die anscheinend einen schmeichelnden Humor haben. Auf ihrer Facebook-Fanpage geben Sie Spongebob Schwammkopf als Geschäftsführer an. Der Bassist Jwan «Meps» Loretz hat 2017 nach beinahe 10 Jahren Bandgeschichte BJ, wie sie sich auch nennen, verlassen. Das Jahr 2018 war eher ein ruhiges Jahr, doch auch mit genügend Zeit, den neuen Basissten Bahadir «Baha» Ince anständig… Achtung Wortspiel… einzuführen. 

Lotrify

Aus Baden kommen die fünf Jungs von Lotrify und spielen Melodic Metal. Melodiös und rhythmisch mit klarem Gesang, ab und an kommen Screams und Growls dazu. Nach einigen Shows in der Schweiz und im nahen Ausland eröffneten sie gleich zwei Mal im Konzertlokal Z7 (Pratteln) für namhafte Bands: Einmal für die Show von Exodus und Testament, dann als Mainsupport von Gojira. Letztes Jahr gewannen sie das Wacken Battle und durften darum dieses Jahr das Wacken Festival eröffnen. Von dieser Band wird man bestimmt noch öfters hören.

Zeal & Ardor

Wer noch nie was von Zeal & Ardor gehört hat, scheint mit Scheuklappen zu leben. Man nehme die Entwicklung von Blues zu Blues Rock zu Hard Rock zu Metal zu Black Metal und kombiniere Letzteres mit Ersteren. Et voilà: Das ist das, was Zeal & Ardor macht. Ihr erstes Album «Devil Is Fine» schlug eine wie eine Atombombe. Der Basler Manuel Gagneux kombiniert kurzerhand Gospel und Blues mit Black Metal und brachte so die verstaubten Schweizer und alle rundherum dazu, leer zu schlucken. Das wird was!

…so. Und das waren nur die Schweizer Bands! Satyricon, Watain, Sodom oder At The Gates müssen euch wohl nicht mehr vorgestellt werden (hoffentlich)! Übrigens: Wer ein Festivalshirt vom Meh Suff möchte, sollte dies zu Beginn schon kaufen. Letztes Jahr waren die Dinger schnell ausverkauft.

www.mehsuff-metalfestival.ch

Aline Hug

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Die Helden: Lemmy Kilmister, Jimi Hendrix, Jim Morrison.

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