CÉGIU Restless Roots

CÉGIU
Restless Roots
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Céline-Giulia Voser alias Cégiu will mit ihrer Musik nur bedingt unterhalten. Die in Luzern wohnhafte Zugerin lebt auf ihrem zweiten Werk nach «Skinny Souls» (2016) ihre Experimentierfreude mit viel Leidenschaft aus. Im Auftakt «Il Silenzio – N’existe Pas» lässt sie nach einem bedrohlich entrückten Beginn ihre Stimme zu einem nervenbetäubenden Krächzen anwachsen. Welch ein Kontrast. Der Text, eine Mischung aus Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch, verwirrt und berührt zugleich. Der folgende Track, das melancholische «Please» klingt vergleichswiese konventionell. «Please» berührt den geneigten Hörer auf eine andere Weise. «Morning» mahnt  mit seinen metallischen Beats an TG, Chris & Cosey und zuweilen Tuxedomoon. Hier ist es vor allem die Spannung, welche die studierte Cellistin kreiert, die fasziniert. Gesungen wird abwechslungsweise in Deutsch und Englisch. Durch «Louise» zieht sich ein Beat, der wie das Knipsen eines Fotoapparats klingt. Gesanglich nähert sich Cégiu hier den poppigen Momenten einer Laurie Anderson. In «Per Nuccio» fügt sich Cégiu Stimme fast schüchtern, zurückhaltend in die wunderbar melancholische Musik ein. Das instrumentale «Here We Are» mahnt einmal mehr an die amerikanische Avantgarde-Band Tuxedomoon. Und zum Abschluss bietet Cégiu mit «Gang» Filmsoundtrack reife Momente. Zuweilen erinnert das an den Soundtrack zum Film «Picknick am Valentinstag» und an die Westschweizer Künstlerin Laurence Revey. Spannend, herausfordernd und kreativ. 

Roebi
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