JOE BONAMASSA Redemption

JOE BONAMASSA
Redemption
J&R Adventures

Es fällt nicht jedem leicht, mit Joe Bonamassas Arbeitstempo Schritt zu halten. Der anzugtragende Blueser hat einen Veröffentlichungsturnus, bei dem manch einem schwindlig wird und der ihm auch schon die eine oder andere Kritik zum Thema „Überpräsenz“ eingebracht hat. Es mag sich jedoch die Frage stellen, ob die vielen Outputs nicht vielleicht doch Berechtigung haben; schliesslich handelt es sich hier um einen der besten, wenn nicht DEN besten, Gitarristen dieses Planeten.

„Redemption“ gehört zu seinen Eigenkompositionsalben und um es gleich vorneweg zu nehmen: Es ist so abwechslungsreich wie kaum ein anderes und spart nicht mit Komplimenten in Richtung seiner Einflüsse und Idole. Dass Bonamassa ein Musiknerd der Güteklasse A ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Kaum jemand verfügt über eine so umfangreiche und ausgewählte Sammlung an Gitarren, Verstärkern und sonstigen Musikalien, und kann gleichzeitig zu jedem der Stücke einen abendfüllenden Vortrag halten. Aber nicht nur in der musikalischen Hardware hat Bonamassa eine Menge zu bieten, sondern seine ebenfalls fundierte Kenntnis der Musikgeschichte, vornehmlich im Blues/Classic Rock, ist erstaunlich. Auf „Redemption“ kommt all dies zusammen. Man hört jedem Song an, dass der Maestro sich an seiner Gitarrensammlung ausgetobt hat und in jeder Nummer finden sich mehr oder weniger versteckte Liebesgrüsse an Bands wie beispielsweise Led Zeppelin („Evil Mama“, „Redemption“) oder Deep Purple („Molly O’“), aber auch Genres wie Soul („Just Cos You Can Don’t Mean You Should“), Country („The Ghost Of Macon Jones“) und sogar ein bisschen Varieté („Pick Up The Pieces“) und Rockabilly („King Bee Shakedown“).

Die Produktion von „Redemption“ hat wiederum Kevin Shirley übernommen, der seit einer gefühlten Ewigkeit (nicht nur) die Ideen von Bonamassa vergoldet. Das Album glänzt nicht nur mit einem sagenhaften Sound, sondern auch mit ausgefeilten Arrangements (vielen Dank an dieser Stelle für die subtil eingesetzten Bläser) und der bereits angesprochenen Vielfalt, die „Redemption“ zu einem der unbedingten Must-Haves des Ausnahmegitarristen machen. Wer vielleicht schon vor Bonamassas Veröffentlichungswut zurückgeschreckt ist, sollte sich hier mit hoher Dringlichkeit noch einmal an ihn herantrauen, denn „Redemption“ ist ein echter Diamant in der Sammlung jedes Bluesaffinen Musikliebhabers.

Inga
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