JIMI HENDRIX Both Sides Of The SKY

JIMI HENDRIX
Both Sides Of The SKY
Experience Hendrix/Legacy/Sony

hug. Wir freuen uns, dass die rechtmässigen Erben des musikalischen Vermächtnisses von Jimi Hendrix dasselbe nun fertig aufgearbeitet haben, jedenfalls vorläufig. «Experience Hendrix» heisst die Marke, unter der alles, was Jimi Hendrix zu Lebzeiten offiziell hat aufnehmen und mitschneiden lassen, verwaltet wird, es ist das Gütesiegel aller beglaubigten und rechtlich abgesicherten Veröffentlichungen aus dem Nachlass des Gitarrengottes. Angekündigt war eine «Authorized Hendrix Family Edition»-Serie von drei Alben mit kuratierten und tontechnisch aufgearbeiteten Aufnahmen. «Valleys Of Neptune» erschien 2010, «People, Hell And Angels» folgte 2013, «Both Sides Of The Sky» macht das Trio nun vollständig: 13 Songs, zehn davon vollkommen neue Lieder, drei in bisher ungehörten Versionen. Und ja: Keine Best-ofs, keine Live-Aufnahmen, keine Outtakes, sondern allesamt korrekte und vollwertige Studioaufnahmen, die überdies von Janie Hendrix (Jimis Schwester), John McDermott und Eddie Kramer sauber produziert sind (Kramer amtete schon als Toningenieur auf den Hendrix-Alben, die zu dessen Lebzeiten erschienen sind). Diesmal wurden die Tracks im Zeitraum zwischen Januar 1968 und Februar 1970 aufgenommen, also zu einer Zeit, als die drei superfetten Alben «Are You Experienced», «Axis: Bold As Love» und «Electric Ladyland» längst erschienen waren. Viele der Songs auf «Both Sides Of The Sky» sind mit Billy Cox (Bass) und Buddy Miles (Schlagzeug) eingespielt, das Trio hat noch 1970 als Nachfolgeband der Hendrix Experience das Album «Band Of Gypsys» veröffentlicht. Hendrix Experience mit Noel Redding (Bass) und Mitch Mitchell (Schlagzeug) sind natürlich auch vertreten, und Johnny Winter, Lonni Youngblood und Stephen Stills machen punktuell als Gastmusiker mit: Kurz: Alles, was man als Hendrix-Fan will. «Both Sides Of The Sky» fügt sich geschmeidig in die Stimmung und Qualität der vorhergehenden beiden Alben ein, die Sammlung überzeugt mit Hendrix und seinen Mitmusikern in Bestform: Unaufgeregt, aber bis in die letzte Faser engagiert und mit einem entspannten Jam-Charakter. Das zeigt sich wunderbar beispielsweise im Track «Hear My Train A Comin’», in dem die Jungs erst komplett abdriften und dann wunderbar wieder landen. Der Track ist übrigens in Versionen ebenfalls auf den anderen beiden Alben zu finden: So haben die Hendrixologen was zu diskutieren. Doch wer Hendrix einfach geniessen will, ist mit dieser Trilogie ebenfalls bestens bedient.

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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