THE DEAD DAISIES Burn It Down

THE DEAD DAISIES
Burn It Down
SPV/MV

hh. Mit ihrem letzten Studioalbum „Make Some Noise“ haben die Dead Daisies eins der besten, wenn nicht sogar das beste Classic-/Hardrock-Album der letzten Jahre abgeliefert. Es schien schwer bis unmöglich dieses Meisterwerk zu toppen und so ist es auch gekommen. Das neue Daisies-Album „Burn It Down“ hat zwar alles, was die Klasse dieser Band ausmacht, aber auf der Ziellinie hat doch „Make Some Noise“ die Nase knapp vorn. Das allerdings, um es schon mal vorwegzunehmen, ist Kritik auf höchstem Niveau. Denn „Burn It Down“ ist ein Klasse-Album ohne irgendwelche Ausfälle, die Band spielt massiv kraftvoll und immer auf den Punkt. Das erzeugt eine enorme Dynamik und sorgt für einen ungeheuren Druck, der durch die Hammerproduktion von Marti Frederiksen die volle Schlagkrat erhält. John Corabi zeigt sich einmal mehr in Bestform – nicht nur ist er einer der besten Rocksänger überhaupt, sondern er schüttelt zudem fantastische Hooklines und grosse Refrains mit links aus dem Ärmel. Er, zusammen mit Gitarrero Doug Aldrich machen die grosse Klasse der Band aus. Damit sollen die hohen Qualitäten ihrer Mitmusiker aber nicht unter den Tisch gekehrt werden, Corabi und Aldrich sind jedoch in jeder Beziehung die herausragenden „Taktgeber“ der Daisies. Wie immer, haben die Daisies auch dieses Mal wieder in die Kiste der grossen klassischen Rocksongs gegriffen. Ihr Rolling Stones Cover „Bitch“ übertrifft das Original und erhält in der Daisies-Version einen strahlenden, neuen Glanz.
Weshalb nun kommt „Burn It Down“ nicht ganz an die Klasse von „Make Some Noise“ heran? Schwer zu sagen! Zum einen waren die Songs auf „Make Some Noise“ eine Spur spannender, zum anderen fehlt Drummer Brian Tichy hörbar. Tichy, der auch noch in diversen anderen Formationen trommelt, musste aus Termingründen seinen Platz an den ex-Bad English/Foreigner-Drummer Deen Castronovo abgeben. Castronovo ist sicher ein hervorragender, versierter Rock-Trommler, der zusammen mit Bassist Marco Mendoza für einen soliden Rhythmus-Teppich sorgt, aber ihm geht die extrovertierte, teils (im positiven Sinn)zügellose, an Keith Moon erinnernde Spielweise von Tichy ab. Und genau das sorgte bislang bei den Daisies für diese einzigartigen, spannenden Überraschungseffekte. Aber, wie bereits erwähnt, ist das „Jammern“ auf hohem Niveau. Unterm Strich bleibt: „Burn It Down“ ist ein verdammt starkes Album mit grosser Nachhaltigkeit, herausragenden Songs und begeisternden Leistungen aller Musiker inkl. Produzent. Konkurrenz zu diesem Album ist im Hardrock-Bereich derzeit nicht in Sicht, die Daisies sind und bleiben die Chefs im Ring!

Hanns
About Hanns Hanneken 524 Articles
Hanns, der Gründer von TRACKS, ist der CH-Musikszene seit den 80er-Jahren als Produzent, Musiker und Redaktor eng verbunden. Er war jahrelang Chefredaktor des Schweizer Musikmagazins MUSIC SCENE, des deutschen Magazins MUSIK SZENE und arbeitete für u. a. MUSIK EXPRESS, METAL HAMMER.

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