THE AMITY AFFLICTION Misery

THE AMITY AFFLICTION
Misery
Roadrunner Records

Du warst schon mal bei den Kängurus? Dir fehlt die tödliche Gefahr, die sich hinter jeder Ecke verstecken könnte? Und Foster’s Lager trinkst du nur, weil es dich an Australien erinnert und nicht weil man es dort tatsächlich gerne trinkt? Schön für dich. Mit all dem kann dir hier nicht geholfen werden. Nur ein Bisschen.

Mit The Amity Affliction kannst du nämlich Australien zumindest akustisch in dein Wohnzimmer holen. Die Band aus der Nähe von Brisbane besteht schon seit 2003, nach diversen Besatzungswechseln sind jetzt diese vier Köpfe für den Sound verantwortlich: Joel Birch (unclean vocals), Ahren Stringer (bass, clean vocals), Daniel Brown (git) sowie Ryan Burt (drums). «Misery» ist bereits das fünfte Album der Truppe und bewegt sich im Bereich des Post-Hardcores mit dezenten, gezielten elektronischen Einflüssen.

Zum Teil sind die Tracks, wie z. B. «Drag The Lake» ziemlich balladesk und poppig, drehen dann aber den Spiess wieder um und hauen wieder ordentlich vor den Latz. Oder im Beispiel von «Feels Like I’m Dying» erwartet man im Refrain den Breakdown und zakk, findet sich ein freches, fast lächerliches Tüüdüdüdüdüüüü. Das liest sich vielleicht seltsam, ist aber auch zum Hören eine überraschende Wendung, nicht desto trotz passt es. Eines der stärksten Stücke ist das textlich ziemlich bedrückende «Beltsville Blues», musikalisch schwingt allerdings ein gewisser Optimismus mit.

Ihre letzten drei Alben haben es in Australien alle auf den 1. Platz der Charts geschafft. Und auch das vorliegende Album «Misery» hat es dort in der Release-Woche wieder auf die Spitze der Charts geschafft! Einen besseren Grund sich diese Band mal anzuhören kann hier leider nicht geliefert werden. «Ivy (Doomsday)», der Opener der Scheibe eignet sich ganz gut als Anspieltipp.

Wenn euch gefällt was ihr hört, ihr könnt es auch sehen: am 14. Oktober 2018 im X-tra, Zürich.

Mario
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