SAMANTHA FISH Belle Of the West

SAMANTHA FISH

Belle Of the West

RUF/Musikvertrieb

hug. Unsere Lieblings-Samantha pützelt sich jetzt zuckersüss heraus mit viel Schminke, Tolle, Pelz und Jaguarmuster, das tut uns gut, jetzt, wo Imelda May geziemlichen Barjazz macht und Devil Doll nach wie vor nichts von sich hören lässt. Allerdings wechselt Samantha deshalb nicht von ihrem angestammten Revier, dem Blues, zu Rockabilly. Sondern sie verfolgt, was sie im Frühling dieses Jahres mit dem Album «Chills & Fever» angefangen hat: Sie sucht Identität schaffende Geschichten aus ihrer Heimat und die dazu passende Erzähl- beziehungsweise Spielform. «Belle Of The West», sagt Samantha, sei ein «Storytelling Album eines Mödchens, das im Midwest aufgewachsen ist». Damit bringt es die Amerikanerin wohl perfekt auf den Punkt: Sie öffnet den Blues in Richtung Country und diesen wiederum in Richtung Pop, womit sie gleichermassen nahe an Sängerinnen wie Gretchen Wilson, Trisha Yearwood und sogar Alanis Morissette kommt. Dazwischen ist sie eine versierte Singer/Songwriterin. Und mit den Songs «Poor Black Mattie» und «No Angels» unternimmt sie dann umgekehrt überaus heitere Ausflüge in den lüpfigen Deltablues-Boogie. Die gute Nachricht: Samantha Fish hält mit ihrem intensiven Gesang und ihrer klaren Persönlichkeit diese Stilbreite nicht nur zusammen, sie findet sogar exakt den Punkt, der zwischen diesen Stilen liegt. Somit setzt sie ihrem letzten Album «Chills & Fever» noch eins drauf beziehungsweise setzt ihre Reise «back home» erfolgreich fort.

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.