KUMMERBUBEN Itz mau Apokalypse

KUMMERBUBEN
Itz mau Apokalypse
www.kummerbuben.com

Erstmal sorry: Für ein Internetmedium ist es schon fast unverzeihlich, ein Album mehr als einen Monat zu spät zu besprechen. Aber hey, manchmal sind die Zeiten hart. Und gute Musik ist auch nächsten Monat gute Musik. Also: Die Kummerbuben. Wir mögen die Jungs aus Bern, weil sie sich furchtlos in Ländler, Literatur, Grablieder, Schmerz und Tragodie stürzen und daraus ebenso eigenwillige wie eigenständige Songs verdichten. Fern von allen anderen Berner Bands, am nahesten noch den Dead Brothers. Nach der Vertonung des Jugendbuches «Krabat» und der musikalischen Begleitung des gleichnamigen Bühnenstücks beglücken uns die Kummerbuben mit einem 6-Tracks-Schmankerl für zwischendurch, in dem sie einerseits mit Orchester-Pathos nicht sparen, anderseits tieftraurige Reduktion zelebrieren und am Ende sagen: «Ich bi dr letscht Mänsch uf Ärde.» Wie der Albumtutel sagt: Das ist Apokalypse. Am Ende ist alles am Arsch. Das ist bei den Kummerbuben so melancholisch schön, dass wir nach diesem Satz sofort zurück zum Anfang gehen und uns das Minialbum nochmal von vorne anhören. Und nochmal.

Christian Hug

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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