HI! SPENCER Nicht raus, aber weiter

HI! SPENCER
Nicht raus, aber weiter

cw. Die Osnabrücker Hi! Spencer stellen sich mit hymnenhaftem Indierock ihren eigenen Dämonen und schaffen dabei stets, die Mut machende Seite der Medaille herauszustellen: “Nicht raus, aber weiter” thematisiert Angst, Unzulänglichkeit und Scheitern, dreht sich um Aufbruch, Resignation und Auferstehung und verpackt diese Ambivalenz aus Selbstzweifel und Optimismus in teils euphorische, teils getragene Songs. Der Titelsong etwa beschreibt die inneren Konflikte, die sich auftun, wenn man so sehr an sich selbst arbeitet. Der euphorische Opener “Weck mich auf” und die Vorab-Single “Wo immer du bist” zeigen dabei die positive Kraft, die die Band vermitteln will. Ohne allzu viel Innovation zu wagen, platzieren sich Hi! Spencer hier geschickt zwischen Indie, Punk und Rock und nisten sich in den Ohrwurm-Nischen von Kettcar, Muff Potter und Jupiter Jones ein. Das Highlight “Nicht raus, aber weiter” avanciert dabei zur hymnenhaften Ohrwurm-Spirale, die sich mit der Textzeile “Ich habe geschworen, schöner zu scheitern/das geht hier nicht raus, aber weiter” tief in die Gehörgänge gräbt. Mit “Klippen” beleuchtet das Quintett düster und eindringlich die Entfremdung zweier Menschen und überträgt den Absturz musikalisch in infernalische Rausch-und Verzerr-Frequenzen, die dichten Gitarren- und Bass-Arrangements ziehen sich aber durch das ganze Album – mal erzählerisch und gesellschaftskritisch (“Hinter dem Mond”), mal laut und fordernd (“Angst ist ein Magnet”), mal ruhig und grüblerisch (“Der Küchentisch”). Für jede Lebenssituation, jeden Gefühlszustand, jede Erfahrung den richtigen Song.

Wollart
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