BLIND BUTCHER Piss Me A Rainbow

BLIND BUTCHER
Piss Me A Rainbow
Irascible

Da sind sie wieder, die coolsten Spinner weitherum: Christian Aregger und Roland Bucher aus Luzern spielen Gitarre/Gesang und Drums/Synthie, tragen überaus schrille Kleidung mit schröcklicher Gesichtsbehaarung und spielen Konzerte in betörendem Tempo und unwiderstehlicher Tanzbarkeit, die von genau dieser hibbeligen Energie getragen sind, die den deutschen Punk ausmachte, bevor daraus die Neue Deutsche Welle wurde – was keineswegs heisst, dass Blind Butcher Nostalgie pflegen. Die sind einfach so. Und das macht Freude. Live sind die beiden fantastisch. Und auf ihrem dritten Album mit dem schnoddrigen Titel «Piss Me A Rainbow» sind sie eine Spur zurückhaltender als auf ihrem Vorgängeralbum «Alawalawa». Sie bleiben zwar musikalisch reduziert aufs Maximum, schlagen aber vergleichsweise etwas ruhigere Töne an und erinnern hie und da an bekannte NDW-/Punk-/Elektro-Bands, ohne aber ihre Identität zu verlieren. Dazu wechselt Aregger gerne mal vom Englischen ins Deutsche oder in den Dialekt und singt über die Liebe, das Leben, Ausserirdische und Neurodermitis. Coole Mischung. Leider werden wir auch diese tolle Band nie im Radio zu hören kriegen. Aber macht nichts: Geht an ihre Konzerte.

Christian Hug

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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