BLACK SABBATH – The End (BluRay/CD)

BLACK SABBATH

The End (BluRay/CD)

Vertigo/Universal

lg. Am 4. Februar 2017 hat das letzte Black Sabbath Konzert überhaupt stattgefunden und zwar in der Genting Arena in Birmingham, der Heimatstadt der Hauptprotagonisten der Band. Nach der triumphalen Rückkehr des Line-Ups Tony Iommi, Geezer Butler und Ozzy Osbourne mit dem Album „13“ im Jahre 2013 und der triumphalen, mehrere Jahre dauernden Welttournee, war es offenbar an der Zeit, die Band ad acta zu legen. Der letzte Gig der „The End“ genannten Tour ist für die Nachwelt in verschiedenen Formaten auf Konserve erhalten worden. Neben LP-Box, CD/DVD/BluRay-Box sowie Einzelformaten ist das vorliegende und sehr lohnenswerte Format erschienen, das zum Einen das gesamte Konzert auf BluRay zeigt und zum Anderen eine Bonus-CD enthält, welche Neueinspielungen von selten live gespielten Klassikern im aktuellen, letzten Line-Up (d.h. zusätzlich mit Tommy Clufetos am Schlagzeug und Adam Wakeman an Keyboard/Gitarre) umfasst. Zunächst zum Konzert: Die Show ist grossartig gefilmt und kommt mit vielen Close-Ups daher, so dass man die Musiker von sehr nahe sieht, was bei einer so grossen Band nicht mal von der ersten Reihe aus möglich ist. Die Kameras zeigen gestandene Musiker um die 70 Jahre, denen man die Jahre ansieht, aber eine grossartige Performance von gut 100 Minuten abziehen. Man sieht auch die Finger-Prothesen von Riffmeister Tony Iommi (welche er seit einem Unfall in den späten 60er Jahren braucht) und einen total entspannten Ozzy, der manchmal etwas neben der Spur singt und hüpft, aber eine tolle Show abliefert. Die Setlist ist grossartig und enthält viele Hits und ausschliesslich Songs aus den 70er Jahren mit Schwerpunkt auf dem Album „Paranoid“ (1970) mit sechs Songs („Paranoid“, „War Pigs“, „Iron Man“, „Fairies Wear Boots“, „Hand Of Doom“, „Rat Salad“). Auch andere Klassiker kommen zum Zug – vor allem von den Alben „Black Sabbath“, „Masters Of Reality“ und „Vol. 4“. Doch auch der neueste Song der Setlist, „Dirty Woman“ vom Album „Technical Ecstasy“ (1976) weiss zu gefallen. Rührend ist der Moment am Ende des Konzert, als sich die Band endgültig und nach unglaublichen 49 Jahren von der Bühne verabschiedet. In dem Moment wird einem wieder mal vor Augen geführt, dass es ohne Black Sabbath den Heavy Metal/Hard Rock in der heutigen Form wohl kaum gegeben hätte. Die zweite CD („The Angelic Sessions“) umfasst fünf neu eingespielte Klassiker – beim abschliessenden „Changes“ verdrückt man still eine Träne im Wissen, dass es das war mit Black Sabbath. Danke für unglaubliche 49 Jahre mit grossartigen Alben. Dieser Release ist eine würdige Verarbeitung des Abgangs einer der grössten Bands aller Zeiten, welche sich durch ihre verschiedenen Inkarnationen als stets wandelbar gezeigt hat. Essentiell.

Laurent
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