AKROASIS Ilion

AKROASIS
Ilion
Doc Gator Records

mv. Mit Akroasis präsentieren Doc Gator Records der Szene eine neue Schweizer Metalband. Und die Jungs um die beiden Lehrer und Bandgründer Marcel Knupp (Gitarre) und Gerhard Baeriswyl (Drums) legen mit ihrem Debutalbum ambitiös auch gleich ein Konzeptalbum auf den Tisch, in welchem es um griechische Mythologie, genauer gesagt um die Geschichte von Odysseus und dessen Abenteuern geht. Wer jetzt, auch wegen des schönen Fantasy-Artworks, symphonischen Power Metal à la Rhapsody erwartet liegt aber komplett falsch. Die deutsche Progressive Death Metal-Band Obscura veröffentlichte im Jahr 2016 ein Album namens «Akróasis», womit wir der Sache betreffend Stil schon einiges näher kommen und vermutlich schon mal die Herkunft des Bandnamens ausfindig machen können. Der Stil von «Ilion» zu beschreiben ist trotzdem sehr schwierig, eher ist es so, dass Akroasis uns mit diesem Album nicht nur textlich sondern auch musikalisch auf eine Reise mitnehmen. Die Grundlage ist immer recht aggressiver Metal, wobei der sehr facettenreiche Gesang von Robin Hermanek für viel Abwechslung sorgt und die Songs deswegen oftmals eine Metalcore-Schlagseite bekommen, nur um kurz später dank dunklen Growls etwas Death Metal-Luft zu schnuppern, was sich oft in einem super melodiösen Refrain mit Clean-Gesang auflöst. Das gleiche gilt auch für das Wechselspiel zwischen knallharten Thrash-Riffs und den sehr melodiösen Gitarrensoli und Leads von Christof Schafer. Gerade bei Stücken wie «Doomed», «Human Sacrifice» oder «Polyphem» wecken die eingängigen Refrains manchmal Erinnerungen an alte Scar Symmetry-Hymnen. Da viele Stücke aber dank vertrackten Riffs und vielen Breaks in den ersten Durchgängen etwas sperrig wirken, braucht dieses Album schon einige Durchläufe, bis alles zündet. Wer aber auf anspruchsvollen, technisch hochstehenden Metal steht, welcher dank der sehr druckvollen und transparenten Produktion von V.O. Pulver die richtige Portion Brutalität und Power hat, sollte hier unbedingt mal reinhören. Ein sehr vielversprechendes Debutalbum, welches hoffentlich bald auch live auf den Bühnen der Schweiz und Europas präsentiert werden kann.

Michael
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Michael Vaucher schreibt seit 2011 für's TRACKS Magazin im Bereich HardRock/Heavy Metal. Zudem ist er der Gründer der Schweizer Metalband EMERALD, welche seit 1995 aktiv ist und bereits 7 Alben veröffentlichte.

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