WARREL DANE Shadow Work

WARREL DANE
Shadow Work
Century Media / Sony Music

lg. Der Ende letzten Jahres leider viel zu jung verstorbene Ausnahmesänger Warrel Dane prägte den Metal mit Bands wie Sanctuary und Nevermore, die fast durchs Band grossartige Alben veröffentlicht haben. Auch wenn er bei seinen letzten Auftritten nicht immer überzeugen konnte und der körperliche Zerfall nicht zu übersehen war, nahm Warrel Dane die Arbeit 2017 mit seiner brasilianischen Backing-Band an seinem zweiten Solo-Album auf, welches ein 80-minütiges Monumentalwerk werden sollte. „Shadow Work“ sollte brutaler tönen als der Vorgänger „Praises To The War Machine“ (2008) und ausgefeiltere, kompliziertere und düsterere Songstrukturen enthalten, was den nun veröffentlichten Songs ohne weiteres anzuhören ist (zum Beispiel „Madame Satan“, der Titelsong oder „The Hanging Garden“, ein Cover von The Cure). Von einem regulären Album kann hier nicht gesprochen werden, denn für „Shadow Work“ wurden die Vocal-Aufnahmen aus der Vorproduktion herangezogen und soweit sinnvoll verwertet, was zu dieser 42-minütigen Scheibe geführt hat, welche dennoch einigermassen kompakt und nicht fragmentarisch wirkt. Warrel ist stimmlich hier nicht mehr auf dem Höhepunkt seines Schaffens, arbeitet aber gekonnt mit seinem Bariton und teilweise mit gedoppeltem (narrativem) Gesang. Mit „Shadow Work“ wird einem der grossen Metal-Sänger das letzte musikalische Geleit würdig aufbereitet. Mehr Stimme war nicht vorhanden, als auf diesen Aufnahmen. Dennoch ein berührendes und emotionales Werk. R.I.P. Warrel Dane.

Laurent Giovanoli

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