RUNNING WILD Blood On Blood

RUNNING WILD
Blood On Blood
Steamhammer / SPV

mv. Ship ahoy! Free mast and bill of the stern and bow! Man the cannons! Fire! Mit diesem Intro zur Megahymne «Under Jolly Roger» glitt ich 1987 ins Running Wild-Universum und bin seither Rock ’n‘ Rolf und seiner Vision treu geblieben. In den 80ern und 90ern veröffentlichte der Hamburger mit seiner Crew einen Klassiker nach dem anderen, bis es dann 2005 anfing zu schwächeln und das zum Soloprojekt degradierte Projekt vor allem soundmässig enttäuschte. Man muss Rolf aber mehr als zu Gute halten, dass er während der schwierigen Grunge-Zeit niemals seine Nase in den Trendwind hängte sondern gerade damals sein Ding als einer der wenigen mit «Black Hand Inn» (1994), «Masquerade» (1995) und «The Rivalry» (1998) gnadenlos durchzog. Und so hat der Captain zum Glück auch nach vielen Jahren der Kritik und teils Häme (Stichwort «Angelo Sasso») niemals aufgegeben sondern meldet sich nun mit «Blood On Blood» den Kritikern zum Trotz in alter Stärke zurück. Mit einem echten Schlagzeuger (Michael Wolpers, ex-Victory, ex-Moon Doc) und somit druckvolleren Produktion und einen ganzen Bündel bärenstarker Hymnen macht das neue Running Wild-Album alles richtig. Schon der treibende Opener «Blood On Blood» erinnert von der fantastischen Gitarrenarbeit her Blazon Stone- oder Black Hand Inn-Zeiten. Apropos, «The Shellback» setzt textlich genau an diesen Klassiker an. Aber auch „Diamonds And Pearls“ oder « Crossing The Blades» bieten traditionellen Running Wild-Stoff, der auch auf den 90er Scheiben hätte bestehen können. Dazu kommen die typischen harten Stampfer wie «Wings Of Fire» oder «Say Your Prayers» und natürlich ein paar echte Mitsing-Gröhler à la «Raise Your Fist», welche hier nun «Wild Nights» und «Wild And Free» heissen. Für Abwechslung sorgt das mutige «One Night One Day», eine balladeske Hymne. Und zum Abschluss eines klassischen RW-Albums darf natürlich ein epischer Longtrack nicht fehlen, welcher mit «The Iron Times (1618 – 1648)» auch prompt geboten wird. In über zehn Minuten wird auf dramaturgische Art der 30-jährige Krieg in Szene gesetzt und das Album kongenial abgeschlossen. Nach Judas Priest, Iron Maiden und Helloween ist es eine riesige Freude, dass nun auch die alten Helden von Running Wild wieder zu alter Stärke gefunden haben und ein saugeiles, ideenreiches neues Album vorlegen. Es ist doch nicht alles schlecht im Jahr 2021…

 

Michael
About Michael Vaucher 128 Articles
Michael Vaucher schreibt seit 2011 für's TRACKS Magazin im Bereich HardRock/Heavy Metal. Zudem ist er der Gründer der Schweizer Metalband EMERALD, welche seit 1995 aktiv ist und bereits 7 Alben veröffentlichte.

Be the first to comment

Leave a Reply