MUTHONI DRUMMER QUEEN She

MUTHONI DRUMMER QUEEN
She
Prolog/Mouthwatering Records

hug. Um die Jahrtausendwende bezeichnete man diese Musik als Worldmusic 2.0, man freute sich auf die Zukunft, auf M.IA., Ebony Bones, Santigold und Terry Lynn, aber leider ist nicht wirklich viel draus geworden, ausser dass M.I.A. jetzt salonfähig ist und Da Cruz aus Bern (!) grossartige Weltmusik 2.0 machen. Und Muthoni Drummer Queen aus Kenia! «She», eine Hymne auf die Frauen und ihren Frauenpower, ist bereits ihr drittes Album beziehungsweise das zweite, das sie mit dem Schweizer Produzentenduo Gr! & Hook eingespielt hat. Wenn Muthoni Drummer Queen vor allem in den ersten paar Songs ganz entfernt an die letzten paar Songs von Rihanna erinnern, so ist das nicht, weil Gr! & Hook bei ihr abgeschaut hätten, sondern weil die Produzenten von Rihanna bei M.I.A. und Freundinnen abgeschaut haben. Nun aber: «She» präsentiert uns zwölf neue Songs, die extrem reduziert daherkommen: Wenn man sich die wummernden Bässe wegdenkt, bleibt oft fast nichts mehr übrig, was einen «ordentlichen» Song ausmachen würde. Dass einem das aber gar nicht auffällt, ist ein gutes Zeichen, denn Muthoni vermag dieses Wenig an Sound mit ihrer tollen Stimme und ihrem selbstbewussten Gesang mühelos zusammenzuhalten und zu intensivieren, und am Ende erwischt man sich dann als Hörer sogar beim Mittanzen. Ein tolles Werk, modern, wuchtig, (selbst-)bewusst.

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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