MAGNUS KARLSSON’S FREE FALL We Are The Night

MAGNUS KARLSSON’S FREE FALL
We Are The Night
Frontiers Records

mv.  Multi-Talent Magnus Karlsson hat sich schon mit sehr vielen genialen Alben verewigt. Herausragend waren sicher seine Arbeiten mit Allen/Lande, Kiske/Somerville, Place Vendome, Bob Catley und natürlich Primal Fear. Sein Soloprojekt namens Free Fall geht jetzt mit «We Are The Night» in die dritte Runde. Wie schon bei den sehr starken Vorgängerscheiben werden auch hier alle Songs von diversen Gästen veredelt. Der Vorgänger «Kingdom Of Rock» (2015) legte die Messlatte sehr hoch, aber bereits nach dem ersten Durchlauf kann «We Are The Night» alle Bedenken wegwischen. Karlsson hat sich echt selber übertroffen und legt hier sein wahres Meisterstück ab, das kann vorab schon gesagt werden. Die Produktion ist so gigantisch wie die Gesangsleistungen von Tony Martin (ex-Black Sabbath), Ronnie Romero (Rainbow, Vandenberg, The Ferrymen u.v.a.), Renan Zonta (Electric Mob), Noora Louhimo (Battle Beast), Mike Andersson (Cloudscape), Dino Jelusick (Animal Drive, Trans-Siberian Orchestra, Dirty Shirley) und Magnus Karlsson selber. Dabei hat der Schwede seinen Sängern entsprechend fesselnde und immer hochmelodische Stücke auf den Leib geschrieben, wobei vor allem der Kroate Dino Jelusick völlig über sich hinauswächst und beim gigantischen Bombast-Opener «Hold Your Fire» eine unglaubliche Gesangsleistung bringt. Das Stück alleine ist den Kauf der Scheibe wert. Auf «Under The Black Star» doppelt Jelusick kräftig nach; von diesem Mann werden wir in Zukunft auf jeden Fall noch viel hören. Ein weiteres grosses Ausrufezeichen setzt «Kingdom Falls», auf welchem der Brasilianer Renan Zonta mit einem herrlichen Refrain seine Glanzleistung abliefert. Noora Louhimo singt passend von der «Queen Of Fire» und verzaubert den Hörer nachdrücklich mit dieser wunderschönen Halbballade. Und dann ist da natürlich noch Ex-Black Sabbath-Sangesgott Tony Martin, welcher mit dem hymnischen «Far From Over» zum Abschluss nochmals für riesige Begeisterung und viel Gänsehaut sorgen kann. Der Mann singt immer noch mit einer Kraft und Erhabenheit, als wäre «Headless Cross» erst gerade gestern erschienen und die Zeit seither stehen geblieben. Nicht zu vergessen der Meister himself, welcher nicht nur unzählige virtuose Soli und kongeniale Leads eingebunden hat, sondern auch gesanglich zweimal grosses Können beweist. Vor allem beweist Karlsson, wie man auch als Gitarren-Virtuose anspruchsvolle Arrangements und Flitzefinger-Soli in eingängige Songs einbinden kann ohne zu langweilen oder zu übertreiben. Das fantastische Instrumental «On My Way Back To Earth» zeigt dann auch gleich so manchem ehemaligen Gitarrengott, wo im Jahr 2020 der Hammer hängt. Viel besser geht’s nicht, was für das ganze Album gilt, welches für mich bis jetzt zu den ganz grossen Highlights des Jahres 2020 feststeht. Grosse Melodien, ergreifende Hymnen, stark auftrumpfende Musiker, abgerundet mit einem wundervollen Fantasy-Artwork, das ergibt die volle Punktzahl und eine mehr als fette Kaufempfehlung.   

Michael
About Michael Vaucher 108 Articles
Michael Vaucher schreibt seit 2011 für's TRACKS Magazin im Bereich HardRock/Heavy Metal. Zudem ist er der Gründer der Schweizer Metalband EMERALD, welche seit 1995 aktiv ist und bereits 7 Alben veröffentlichte.

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