FARFLUNG This Capsule

FARFLUNG
This Capsule

Lobeshymnen über Lobeshymnen werden im Pressebeiblatt zum Besten gegeben. Alle Welt und Helios Creed (Chrome), Henry Rollins (Black Flag) und Voivod lieben Farflung. Solche Lobeshymnen machen stutzig aber auch neugierig. «This Capsule», das neunte Werk der 1992 in Los Angeles zuerst als Hellianthus ins Leben gerufenen Band um Gitarrist Michael Esther erfüllt diese Vorschusslorbeeren fast vollumfänglich. Die fünf Songs, der längste ist über 20 Minuten lang, können mit den folgenden Adjektiven umschrieben werden: unberechenbar, spacig, dynamisch, atmosphärisch, vernebelt, schräg, ausufernd und nonkonform. Der Auftakt, das dreizehnminütige «Anymore Because» ist eine vielschichtige Psychdelik-Stoner-Space-Kraut-Achterbahnfahrt, auf der es schon mal rumpelt und poltert. Vor allem Helios Creed von Chrome hätte seine helle Freude daran. Der Gipfel der Benebeltheit ist der längste Song «Prostitute To Spacecraft». Dieser Space-Krautrock-Bummler führt durch vernebelte Welten, die flirren, wabern, flackern, auch mal stocken können oder fast entrücken. «This Capsule» klingt wie ein Drogentrip, zumindest könnte ich mir vorstellen, dass ein Drogentrip so klingt. Schliesslich nehme ich ja keine Drogen (!). Übrigens: Mit Kopfhörer ist die Wirkung noch bewusstseinsweiterender / psychedelischer!!!

Roebi
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