WEYES BLOOD Titanic Rising

WEYES BLOOD
Titanic Rising
Sub Pop

Der unspektakuläre und etwas käsige klingende Beginn von «Titanic Rising» täuscht über die wahre Pracht des bereits vierten Werks von Natalie Mering aka Weyes Blood hinweg. Die zehn Songs sind jeder für sich ein kleines Meisterwerk und als gesamtes eines, wenn nicht das beste Indie-Popalbum von 2019. Und wie wir wissen, ist das Jahr noch jung. Der bereits erwähnte Auftakt «A Lot‘s Gonna Change» endet in einer würdigen Ehrerbietung an die Carpenters (Merings Stimme mahnt zuweilen an Karen Carpenter), Dennis Wilson und die Beach Boys.  «Andromeda» streckt sich mit einer Prise Country in Richtung Judee Sill. Das verspielte «Everyday» bietet fabulösen 1970er Pop mit Anleihen an einmal mehr die Beach Boys. Das folgende «Something To Believe» ist wunderbar erhabener Barockpop mit fast transzendenten Momenten («Something Bigger And Louder Than The Voices In Me«). Der sphärische Titelsong, rein instrumental gehalten, würde sich auch als Filmsoundtrack gut machen, z.B. für einen Mystery-Thriller. Im pulsierenden «Movies» verbindet Mering Philip Glass mit Karen Carpenter / Enja zu berührenden Breitwandpop. Und gegen Schluss lässt die 30-jährige noch einmal die Carpenters aufleben. Natalie Mering, die mit 16 Jahren ihre ersten Auftritte hatte, hat zusammen mit u.a. Father John Misty, Jonathan Rado und den D’Addario-Gebrüdern (The Lemon Twigs) etwas ganz Grosses geschaffen.

Roebi
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