NASHVILLE PUSSY Ten Years Of Pussy

Nashville Pussy

NASHVILLE PUSSY

Ten Years Of Pussy

Steamhammer/SPV

 

  1. Der Term „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ passt wohl zu keiner aktuellen Band besser, als zu Nashville Pussy. Die 1996 (bzw seit 1998 als Nashville Pussy) gegründete Band hatte bereits mit ihrem ersten Album „Let Them Eat Pussy“ einen Senkrechtstart hingelegt und sich einen Major-Vertrag und eine Tour mit Marilyn Manson geangelt. Das lag wohl nicht nur an dem sleazigen Rotzrock, den das Quartett spielte, sondern wohl auch massgeblich an Corey Parks, der 1.90 Meter grossen Bassistin, die dem Publikum zusätzlich mit Feuerspuckeinlagen einheizte. Damit war allerdings im Jahr 2000 Schluss, denn Parks verliess die Band und wurde durch Tracey Almazan ersetzt. Der Posten am Bass schien über die Jahre allerdings verhext zu sein, denn bis zur bisher letzten Studioproduktion „Up The Dosage“ (2014) gaben sich einige Viersaiter die Klinke in die Hand. Mittlerweile ist Bonnie Buitrago mit von der Partie und die scheint sich gut in die Band eingefügt zu haben.

Sänger Blaine Cartwright hat zusammen mit seiner Frau Ruyter Suys, der nach dem Tod von Slayers Jeff Hanneman eine Affäre mit ihm angedichtet wurde, trotz allem eine recht erfolgreiche Vergangenheit zu feiern. Cartwright und Suys ergänzen sich perfekt an den Gitarren und mehr Commitment zu einer Sache kann man einem Ehepaar wohl kaum noch zugestehen. Touren mit Motörhead, Slayer, Black Label Society oder Lynyrd Skynyrd  sprechen für sich und auch eine Durststrecke Mitte der letzten Dekade nimmt den Rockern keinen Wind aus den Segeln. Mit neuem Label und einem neuen Album namens „Get Some“, inklusive einer Coverversion von Tina Turners „Nutbush City Limits“, machen sich Nashville Pussy mit Zeke auf Amerikatour und veröffentlichen 2008 die DVD „Live In Hollywood“. Illustre Gäste wie Danko Jones und Lemmy Kilmister veredelten das 2009er Album „From Hell To Texas“, dem fünf Jahre später das bereits erwähnte „Up The Dosage“ folgte.

Auf „Ten Years Of Pussy“ findet sich nun ein repräsentabler Querschnitt aus 16 Songs plus sechs LIvetracks, die Nashville Pussy im Karrieregepäck der letzten zehn Jahre, sprich der letzten drei Alben, mitnehmen. Wer die Band, und im Besonderen die letzten drei Scheiben, kennt, der weiss, was ihn mit dieser Compilation erwartet. Wer neu unterwegs mit Nashville Pussy sein möchte, der darf zum Antesten gerne direkt die Live-Bonus-CD reinschmeissen, auf der ebenfalls eine Version von „Nutbush City Limits“ mit Ron Heathman von den Supersuckers enthalten ist. Wer es lieber etwas vorsichtiger angehen möchte, der fängt mit den Nummern „I’m So High“ (mit Danko Jones), „Before The Drugs Wear Off“ (ein Highlight auf mehreren Ebenen!) oder „Why Why Why“ an. Aber letztendlich ist es vollkommen egal, welcher Song zuerst läuft: Nashville Pussy verwandelt jedes Wohnzimmer in einen verrauchten, schweisstriefenden Club! Yee-Ha!

Hanns
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Hanns, der Gründer von TRACKS, ist der CH-Musikszene seit den 80er-Jahren als Produzent, Musiker und Redaktor eng verbunden. Er war jahrelang Chefredaktor des Schweizer Musikmagazins MUSIC SCENE, des deutschen Magazins MUSIK SZENE und arbeitete für u. a. MUSIK EXPRESS, METAL HAMMER.