YEAST MACHINE Bad Milk

YEAST MACHINE
Bad Milk
Noisolution

Spinnen sind putzige Tierchen. Das finden auch Yeast Machine. Deshalb ist ihr «Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing» auch eine Art Tier- und Spinnenschutz-Hymne. Im Video zu besagtem Song macht sich dann aber doch eine gewisse Spinnen-Phobie breit. Auch die ordentliche Härte, musikalisch im Grunge- und Stoner-Rock daheim, vertreibt die Scheiss-Viecher nicht. Am Schluss muss es dann halt doch Gift sein, Tierschutz hin oder her. Die fünfköpfige in Tübingen beheimatete Band um Sänger Benjamin Frenzel hat Humor. Das braucht Mann und Frau in der heutigen Zeit. Das zweite Album nach «Sleaze» (2024) ist wieder ein Kind der Grungewelle der 1990er Jahre. Im Gegensatz zum Vorgänger klingt «Bad Milk» aber kompakter, energetischer und gereifter. Die erste Single aus «Bad Milk», «Falling Rocks», mit den Gast-Vocals von Polly (The Red Flags), lässt Bezüge zu den Foo Fighters zu. Breitwand-Gitarren drängen in grosse Stadien. Auch die zweite Single, das bereits erwähnte «Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing» ist eine unwiderstehliche Nummer, bloss etwas vertrackter angelegt. Der Titeltrack klingt zuerst zurückhaltend, fährt dann aber ordentliche psychedelisch-grungige Geschütze auf, die auch Alice In Chains oder Soundgarden gefallen würden. Im Booklet sind sich Yeast Machine aber nicht sicher, ob man von «Bad Milk» trinken soll oder vielleicht doch nicht. «Foreshadowing» ist ein kurzer Ausflug in Richtung Unplugged-Grunge mit Bezügen zu «Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing». «Dust In The Radio» ist vor allem eines: eine hochspannende, dynamische Grungerock-Nummer. «Honey & Sweat» ist nur letzteres: schweisstreibender Grunge mit Pop-Appeal. Der Abschluss «The Golden Cage», mit etwas über 5 Minuten der längste Song, beginnt verhalten, entfaltet dann aber ungeahnte Dynamiken. Grunge lebt und schmeckt nach schlecht gewordener Milch.  

Roebi
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