WARD WHITE Here Come The Dowsers!

WARD WHITE
Here Come The Dowsers!
Think Like A Key Music

Auf dem Cover von «Here Come The Dowsers!» sieht Ward White aus wie ein Film-Tycoon / Regisseur aus 1920er Jahren.  Gerade der Begriff Film-Tycoon hat einen negativen Beigeschmack von übertriebener Kontrolle und Machtgier. Bei Ward White (Nicht zu verwechseln mit der ukrainischen Blackmetal-Band White Ward) ist dies durchaus positiv zu verstehen. Das fünfzehnte Werk des in Los Angeles beheimateten White zeigt einen Meister seines Faches, der die Fäden zielgerichtet zu ziehen vermag. White kennt alle Tricks und Kniffe für Popsongs, die Herz und Hirn ansprechen sollen. Abgeschmeckt mit gedankenvollen, tiefschürfenden und cleveren Texten. «Here Come The Dowsers!» ist übrigens ein satririsches Konzeptwerk über die bröckelnde Filmindustrie. Der Auftakt macht das elegant vertrackte «Continuity»: Jason Falkner, Divine Comedy und die  Sparks legen einen musikalischen Stunt hin, der einem aus den Socken haut. Art-Pop und Power-Pop at its best. Das pop-rockige «Cliffhanger» zitiert David Bowie und zuweilen Roxy Music und macht eine Anspielung an den Barbie-Film: «Who Needs More Catharsis From Some Grad School Barbie Doll?». Das behutsame «Johnny Fontane»  mahnt gesanglich an Scott Walker und beleuchtet die menschliche Existenz, die ohne Berühmtheit sinnlos ist. Das ohrwurm-verdächtige «Blimp Street» ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Pop-Himmel für Ward White, auch wenn  besagte Strasse jede Nacht «Hindenbrug City» war. Und ihn «Horse Opera», das Referenzen an Talk Talk, Prefab Sprout und Divine Comedy offenbart, verliert ein Regisseur die Kontrolle über das Geschehen am Set: «This Is Not The Way I Envisioned It. Who Moved That Plant To The Corner? The Dressing Must Not Distract From The Narrative». Ganz im Gegensatz zu Ward White, der in jedem Moment die Kontrolle über sein Meisterwerk «Here Come The Dowsers!» behält.

Roebi
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