TIME! GENTLEMEN!
Pub Rock Rhythm’N’Grooves – Classic Cuts And Rarities 1974 -1982
Strawberry Records / Cherry Red Records
Pub Rock (Anfangs der 1970er in England entstanden) ist als Stilrichtung schwer einzuordnen. Der Begriff bezieht sich auf Bands, die es präferieren, in Pubs (man könnte auch Live-Clubs sagen) zu spielen. Jetzt können das natürlich Rock- oder Punk-Bands, Folk-Truppen, Jazzformationen, Bluesbands oder gar Soul-Kapellen sein. Deswegen finden sich auf der 3-CD-Box «Pub Rock Rhythm’N’Grooves – Classic Cuts And Rarities 1974 -1982» auch Bands aus allen musikalischen Ecken und Enden. Bezeichnend für diese Vielfalt ist der Auftakt mit der Punkband The Stranglers, die eine Punk-Boogie-Nummer namens «Go Buddy Go» zum Besten gibt. Pub Rock gilt ja auch als einer der Geburtshelfer der Punk-Bewegung. Wichtig war der Pub-Rock-Bewegung der direkte Bezug zum Publikum. Wahrscheinlich klingen auch deswegen einige der Songs wie Live eingespielt. Neben den vielen «klassischen» Pub-Rock-Bands wie Dr. Feelgood, Brinsley Schwarz, Chilli Willi And The Red Hot Peppers, The Pirates, Kursaal Flyers, Nine Below Zero oder Tyla Gang finden sich auch ein paar unentdeckte Trouvaillen auf «Pub Rock Rhythm’N’Grooves – Classic Cuts And Rarities 1974 -1982». The Bogey Boys mit «Friday Night» überzeugen mit klaren Gitarrensounds und einem dezenten Reggae-Groove, die Byrds beeinflussten Starry Eyed And Laughing, die legendären und erfrischenden Art-Rocker Deaf School, der Drink-Song «I Want A Drink» (unverkennbar Wilko Johnson an der Gitarre) von Mick Farren die Power-Pop-Nummer «Blackmail» der Roll-Ups, der New Wave der Leyton Buzzards, die feine Pop-Nummer «Stage And Play» von Nasty Pop, der Westcoast von Meal Ticket, die unvergleichlichen Fabulous Poodles, hier mit einer flotten Coverversion von «See You Later Aligator», die schräg, theatralischen Dogwatch, die hektischen Splodgenessabounds (keine Ahnung wie man das ausspricht), das funkige «Take Another Look» von Clover und die punkige Energie der 999 mit «Crazy». Unter den insgesamt 72 Songs gibt es natürlich noch andere Bands zu entdecken. Das Pub muss Mann oder Frau sich selbst vorstellen.

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