THE TOY DOLLS The Albums 1989-93

THE TOY DOLLS
The Albums 1989-93
Cherry Red Records

Intellektuelle Höhenflüge waren nie das Ziel der Toy Dolls. Spass stand von Beginn weg auf der Fahne der englischen Band um Mastermind Michael «Olga» Algar. 1979 gegründet veröffentlichten die Toy Dolls ihr erstes Album «Dig That Groove» 1983. Darauf ist auch ihr bis dato einziger Hit «Nellie The Elephant» zu finden, die Neuinterpretation eines Kinderliedes. «Nellie» klingt überdreht, ungestüm, schrill und verrückt. Diese Formel haben die Toy Dolls bis heute beibehalten, abgeschmeckt mit der quäkenden Stimme von Olga. Das dies bis heute (Ihr letztes Album «Episode XIII» erschien 2019.) lustig und unterhaltsam klingt, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass Olga sich nicht allzu ernst nimmt, sich für keinen Unsinn zu schade und dass er ein begnadeter Gitarrist und guter Showman ist. Live sind die Toy Dolls ein reines Vergnügen. Das durfte ich vor ein paar Jahren in London in echt miterleben. 2018 wurden die ersten fünf Toy-Dolls-Alben als Box unter dem Titel «The Albums 1983-87» wieder aufgelegt. Jetzt werden die fünf folgenden Alben als «The Albums 1989-93» wieder verfügbar. Darunter ist auch das Livealbum «20 Tunes Live From Tokyo». Die Band hatte zwar bloss einen grossen Hit, Songs wie «Florence Is Deaf But There’s No Need To Shout», «Dig That Groove Baby», «Deirdre’s A Slag», «I’m A Telly Addict», «My Wife’s A Psychopath», «I’ve Got Asthma», «Melancholy Margaret» und andere beweisen aber, dass die Toy Dolls noch einen Haufen weiterer toller (und abgedrehter) Fun-Punk-Songs im Köcher haben. Die fünf Alben und 83 Songs bieten unbeschwert eingängige Melodien, Tempo-Teufel, Saitenakrobatik («Wakey Wakey Intro»), Fun-Punk-Kindereien, Abgedrehtes, humorvolle Albernheiten und respektlose Coverversionen («Blue Suede Shoes», «No Particular Place To Go» oder «Sabre Dance»). Spassfaktor gross. Hirn aus, Herz an. 

Roebi
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