THE GENUINE FAKES Issues

THE GENUINE FAKES
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Rock Indiana

2016 veröffentlichten die schwedischen The Genuine Fakes mit «Guns N’ Roses Saved My Life» ein Tribut an die «grösste Rockband der Welt». Interessanter weise ist besagter Song eine feine Power-Pop-Nummer mit eingängigem Chorus, nur im Abgang wird es für einen kurzen Moment etwas ruppig. Ganz ohne Ironie scheint das Ganze nicht gemeint zu sein. Einer Band, die sich die Original-Fälschungen nennt, muss / darf man sicherlich nicht alles glauben. Wobei ihr Name ja bestens in unsere Fake getränkte Zeit passt (: Der energetische und harmonische Power-Pop der Genuine Fakes, der in der Tradition von schwedischen Bands wie Merrymakers oder Beagle steht, darf aber getrost ernst genommen werden. Die elf Songs auf ihrem erst zweiten Longplayer seit der Gründung 2005 knüpfen an die Qualität des Tributsongs an. Bereits der Auftakt, das treibende «Even With You», das sich auf ironische Weise mit mangelndem Selbstwertgefühl auseinandersetzt, strotz nur so vor musikalischem Selbstvertrauen. Das ebenfalls temporeiche «Everywhere And All Around» ist dann gleich der Höhepunkt des Albums. Das harmonische Intro, der gekonnte Wechsel zur Strophe und der wunderbare Chorus entzücken ohne Einschränkungen. Repeat-Taste bitte. Ein weiterer Höhepunkt ist der vierte Song «Wither Away», der zwar etwas verhaltener daherkommt, aber sich ebenfalls schonungslos in den Gehörgängen festsetzt. Das schleppende und zuweilen fast hardrockige (also doch Guns N’ Roses!) «In Color» mahnt dann, zumindest in der Strophe, an Jason Falkner, was als natürlich als Kompliment gemeint ist. Auch der nächste Song «My Very Best» erinnert in der Melodieführung zuweilen an Falkner. «Sorry», etwas weiter, atmet gerade bezüglich Energie den Geist von The Who. Und zum Abschluss gibt es mit einer Reprise (Wiederaufnahme) von «In Color» noch grosse, fast überschwängliche Gefühle. Wunderbar…

Roebi
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