THE BOUNCING SOULS Crucial Moments

THE BOUNCING SOULS
Crucial Moments

cw. Jugend kann ein Fluch sein. Wenige Dinge sind peinlicher, als wenn abgehalfterte Rockmusiker, die ihre besten Tage hinter sich haben, einfach nicht aufhören wollen, ihren Dad-Punk unter die Leute zu bringen. Dass es auch anders geht, zeigen die Melodic Punk-Veteranen The Bouncing Souls mit einer EP, der man das 30-jährige Bestehen ihrer Schöpfer zu keiner Sekunde anhört. Die Produktion von „Crucial Moments“ ist auf der Höhe der Zeit, ohne seelenlos zu wirken, die Songs jedoch wie gewohnt in bester Oldschool-Manier gehalten: Singalongs, Oooh-Backings, Riffs aus drei Powerchords, dazu angenehm nostalgische Lyrics wie „We came together to honor an old friend/Let’s talk about music/Good times and those moments in between“ im Titeltrack und fertig sind sechs Songs, an denen sich The Flatliners oder The Menzingers auch heute noch orientieren könnten. Schon auf dem Vorgängeralbum „Simplicity“ hat die Band aus New Jersey, die bis auf zwei Drummer-Wechsel seit 1989 in unveränderter Konstellation bestehen, ihre große Leidenschaft für eingängige Punkrock-Songs bewiesen. „Crucial Moments“ gerät mit seiner geringen Länge sogar noch kurzweiliger und zeigt auf angenehme Art und Weise, dass sich Reife und ein jugendlicher Geist nicht ausschließen müssen. Die Welt mag sich auf rasante Art und Weise geändert haben, aber die Attitüde der Urgensteine bleibt: Viel mehr als ein paar Instrumente, eine Steckdose und verdammt eingängige Ohrwurm-Hooks braucht es nicht, um auch im Jahre 2019 noch relevant zu sein.

Wollart
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