THE BOBBY LEES Skin Suit

THE BOBBY LEES
Skin Suit
Alive Natural Sound Records

The Bobby Lees ist eine junge, aufstrebende US-Band um Frontfrau Sam Quartin, die auch als Schauspielerin arbeitet. Das Alter der vier Mitglieder reicht von 18 bis 26 Jahren. Quartin ist die Älteste. Vor ein paar Jahren zog sie von New York City nach Upstate New York, präziser lokalisiert nach Woodstock, wo auch das legendäre Hippiefestival stattfand. Dort wollte sie ein Album aufnehmen, hatte auch schon alle Songs, brauchte aber noch eine Band. Ein Freund empfahl ihr, sich in der Musikschule «The Rock Academy» umzuschauen. Dort wurde sie fündig. 2018 veröffentlichten die Bobby Lees ihr Debüt “Beauty Pageant». Die elf oft kurzen Songs liessen immer wieder Mudhoney erahnen. Das Cover war eine Anspielung auf deren Single «You Got It» (1989). So nebenbei: Mudhoney hatten sich ihrerseits am Album «Cuts» (1979) von den Slits orientiert. Das zweite Bobby Lees Album “Skin Suit» klingt jetzt noch mehr wie moderner Garagen-Punk klingen sollte. Dafür war sicherlich auch Produzent Jon Spencer (Blues Explosion) besorgt. Die dreizehn Songs tönen energetisch, rau ungestüm, zuweilen wild und vielschichtig. Der Auftakt haut rein, wie sonst was. Quartin’s Stimme bewegt sich nahe am Wahnsinn. «Coin» bringt rhythmische und verspielte Facetten ins Spiel aber auch jugendliche Liebesphantasien: «Because I, I Wanna Die With Your Hand In Mine». «Guttermilk» wird von einem Brummel-Bass angetrieben. «Redroom» unterdrückt bis zum Schluss den erwarteten Garagen-Punk-Ausbruch. «Ranch Baby» ist eine düstere Sprechgesang-Nummer mit dezenter Instrumentierung (Orgel). «Drive» verfügt über Energie, Tempo und poppige Zwischenspiele. Das treibende «Russell» macht vom Gitarren-Sound her Anleihen bei den Dead Kennedys. Charmant. Und «Last Song», mit 4:18 Minuten der längste Song auf «Skin Suit», ist eine eindringliche und morbide Liebesballade mit Sixties-Feeling. Schluss ist jetzt natürlich noch nicht. The Bobby Lees haben noch zwei Coverversionen auf Lager: «I Am A Man» (Bo Diddley) und «Blank Generation» von Richard Hell. Beide werden mit dem nötigen Respekt und jugendlicher Frische dargeboten, Entschuldigung, runtergebrettert.  

Roebi
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