TENACIOUS D Rize Of The Fenix

TENACIOUS D
Rize Of The Fenix

Sony

 

ip. Igitt! „Rise Of The Fenix“, der neueste Tenacious D Output, startet mit dem Opener „To Be The Best“, der sich original nach dem Verbrechen aus den 80ern „When The Rain Begins To Fall“ von Jermaine Jackson und Pia Zadora anhört. Aber: Wer darf das? Jack Black darf das. Jack Black darf fast alles, weil Jack Black ein Komiker der Extraklasse ist, der uns schon mit dem Film „School Of Rock“ oder seinen beiden Alben „Tenacious D“ (2001) und „Pick Of Destiny“ (2006, passend zum nachfolgenden Film) beschenkt hat. Jack Black und Sidekick Kyle Gass bleiben auch auf dem neuen Album bei der bewährten Mischung aus schmissigen Rocknummern und wenigen gesprochenen Comedy-Einlagen und sind, wie immer, grossartig. Dem sensationellen Debut hechelte das Folgealbum „Pick Of Destiny“ etwas hinterher, aber „Rize Of The Fenix“ zieht wieder alle Asse aus dem Ärmel. Und es ist für jeden was dabei: „Low Hanging Fruit“ oder der Titeltrack gehören, wie der Grossteil des Albums, zu den Abgeh-Rockern, „Senorita“ versrüht mexikanischen Charme und „Roadie“ ist ein halbakkustisches Dankeschön an die Männer im Hintergrund, natürlich mit entsprechend derbem Humor formuliert und mit epischem Schluss. „Deth Starr“ hat schon fast Musicalcharakter und „The Ballad Of Hollywood Jack & The Rage Kage“ klingt, als ob Frodo und Sam zur See fahren. Unterstützt werden Black und Gass (wie auf allen Alben) von Dave Grohl am Schlagzeug, der, wie gewohnt, natürlich auch keine Zweifel aufkommen lässt.

Es ist seit über zehn Jahren immer noch erstaunlich, was für qualitativ hochstehende Musik die beiden Spassvögel schreiben, wenn man bedenkt, dass Musik machen nicht ihr Hauptberuf ist. Mit dem Track „Rock Is Dead“ liefern die Jungs zwar ein Statement, widerlegen es aber gleichzeitig damit, dass Tenacious D eigentlich zu einer der erstaunlichsten Rockbands überhaupt gelten. Sie wissen, wie man gute Songs schreibt und wie man ein Publikum unterhält. Alleine das sind zwei Eigenschaften, die sich nur in den ganz grossen Bands vereinigen. Vielleicht ist ihr Humor nicht ganz jedermanns Sache, aber sie haben ihre Hausaufgaben gemacht und: They know how to rock!

Hanns
About Hanns Hanneken 526 Articles
Hanns, der Gründer von TRACKS, ist der CH-Musikszene seit den 80er-Jahren als Produzent, Musiker und Redaktor eng verbunden. Er war jahrelang Chefredaktor des Schweizer Musikmagazins MUSIC SCENE, des deutschen Magazins MUSIK SZENE und arbeitete für u. a. MUSIK EXPRESS, METAL HAMMER.