TALLAH Matriphagy

TALLAH
Matriphagy
Earache Records

«Matriphagy» steht für ein morbides Verhalten in der Tierwelt, bei dem Jungtiere ihre eigene Mutter nach der Geburt verspeisen, was anscheinend vor allem bei Spinnen- und Tausendfüsslern vorkommt. Bei solch einem Albumtitel ist nichts Gutes zu erwarten. Das Debüt der Band um Schlagzeuger Max Portnoy, dem Sohn von Mike Portnoy, dem ehemaligen Dream-Theater-Schlagzeuger, ist denn auch nichts für schwache Nerven. Das Konzeptwerk skizziert eine kranke Mutter-Sohn-Beziehung, die schlussendlich in einer Tragödie infernalen Ausmasses endet.  Hitchcocks «Psycho» ist ein Dreck dagegen. Dass die untermalende Musik dazu nicht nach Kuschelrock klingen kann, versteht sich fast von selber. Brachiale Stürme fegen über den geneigten Hörer, Chaos umgibt ihn, keine Verschnaufpause. Die dreizehn Songs, die zuweilen ineinander übergehen, zelebrieren Metalcore, Crossover, Industrial und Hardcore auf brutale und schonungslose Weise. Der Sänger Justin Bonitz schreit sich die Seele aus dem Leib. Die Radiosingle “L.E.D.” (für welchen Radiosender?) zeigt die Zerissenheit der Hauptfigur: «I’m A Disappointment And Nothing Else.» Etwas weiter heisst es dann: «I’m Your Son, I’m Your Star, I’m Your Sun. I light Your World.» Eine reine Zumutung, unerträglich und hoffentlich nicht autobiographisch!!

Roebi
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