STORYTELLER Time Flies

STORYTELLER
Time Flies

cw. Totgesagte leben länger. So muss es auch dem Genre Pop-Punk und der ganzen, damit verbundenen Szene gehen. Mitte der 90er als Revival mit Bands wie Green Day und Blink-182 zum ersten Mal in den Mainstream katapultiert, kombinieren ihn mittlerweile Bands wie Neck Deep, State Champs oder American Football liebäugeln mit mehr Melancholie und Emo-Einflüssen und versuchen seit einigen Jahren, diesen Sound als Erben zu bewahren. Nicht aber aus Kalifornien, sondern aus Ostdeutschland kommt der nächste große Beitrag zum Genre: Storyteller aus Leipzig konzentrieren sich auf die erste Hälfte der Kombination Pop-Punk und reichern den ohnehin schon eingängigen Sound mit hymnischen Melodien, unkonventionell süßlichem Gesang und knackiger Produktion an. Es geht der Band laut Sänger Rico auch immer die vielen inneren Feinde, die es wäre der letzten Jahre zu besiegen galt – Selbstzweifel, Minderwertigkeitskomplexe und das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Zusammen mit dieser bittersüßen Note kommt mit „Time Flies“ in Album heraus, das man seinen ostdeutschen Ursprung zu keiner Sekunde anhört und das gerade dabei ist, einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Pop-Punks zu leisten. Trotz alledem kommt das Quartett selber aus der Underground-Szene, was im Verlaufe des Albums unüberhörbar zur Geltung kommt: Songs wie „Everlasting“ und „With You“ beschreiben die guten Absichten, mit denen Storytellers Werdegang gepflastert war, und wie vieles dennoch auf der Strecke geblieben ist. Die Band verpasst dem etwas angestaubten Pop-Punk-Sound eine neue Kur –  und leistet somit vielleicht mehr für das Genre als so manch amerikanischer Szene-Act.

Wollart
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