STEVEN WILSON – The Hall, Dübendorf, 10. Juni 2025

STEVEN WILSON
The Hall, Dübendorf, 10. Juni 2025
 
lg. Steven Wilson (auch Frontmann der legendären Porcupine Tree) wurde mal vor einiger Zeit als der „bekannteste unbekannte Künstler“ bezeichnet. Dies mag zwar zutreffen, doch zieht er auch neulich viele Leute an, was die gut gefüllte (wenn auch nicht ausverkaufte) The Hall aufzeigte. Jedesmal werden die Shows von Steven Wilson in leicht grössere Hallen verlegt, vermag er doch vertrackte Prog-Sounds mit eingängigen Popmelodien und sphärischen Soundscapes vermischt. Punkt um 20 Uhr ging es los mit dem ersten Set, im Rahmen dessen der barfüssige Steven Wilson das aus zwei Longtracks bestehende aktuelle Album „The Overview“ aufführte. Während der erste Song „Objective Outlive Us“ sehr gut reinläuft und mit vielschichtigen Arrangements überzeugt, verhält es sich mit dem recht abgespacten und sperrigen Titelsong etwas anders, doch können die Visuals entschädigen und entführen den Zuschauer in fremde Galaxien. Nach 45 Minuten ist erstmals Schluss und es geht in die Pause. Der zweite Set ist dann knapp 100 Minuten lang und nimmt den Fan mit auf eine Reise in alle Sphären des Schaffens von Steven Wilson. Vom ersten Album (Song: „Harmony Korine“) bis zum zweitletzten Werk (mit den Songs „Impossible Tightrope“, „What Life Brings“ und „Staircase“) werden von allen Scheiben Titel gespielt. Die Band um dem Multiinstumentalisten ist perfekt eingespielt und bringt insbesondere im Zugabenteil mit den famosen „Ancestral“ und dem abschliessenden und sehr düsteren „The Raven That Refused To Sing“ ihre ganze grossartige Musikalität unter die Leute. Hervorzuheben ist auch „Dislocated Day“, als Steven Wilson unter dem Namen Porcupine Tree aus schon – und mangels gleichgesinnten Mitstreitern – auch schon solo unterwegs war. So konnte ein zauberhaften Abend mit einem wie immer humorvollen und bestens aufgelegten Steven Wilson erlebt werden. Ein schöner Abend in der Schnittmenge von King Crimson, Pink Floyd, Marillion und leichter verdaulichen (teils poppigen) Klängen. 
 
Laurent Giovanoli

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