SLEARS Turbulent Waters

SLEARS
Turbulent Waters
Cargo

hug. Slears beweisen, «dass moderner Rock einer deutschen Band mindestens genauso konsequent, druckvoll und spannungsgeladen klingen kann wie die Machwerke stilprägender amerikanischer Bands», so beschreibt es jedenfalls die ansonsten zuverlässige Plattenfirma Cargo, erstaunt ein bisschen: Deutschland spielt ja schon seit Jahrzehnten in der obersten Globalliga mit… Also: Die fünf Bayern mit dem Bandnamen Slears präsentieren nach «Far Away From Getting Somewhere» aus dem Jahr 2014 ihren Zweitling. Das ist sauber eingespielter Rock und kommt ganz ordentlich daher, zeigt aber auch ganz anschaulich, worin sich A- und B-Klasse unterscheiden (und das meint die Plattenfirma wohl mit dem eingangs erwähnten Zitat): Songs wie der Titelsong sind makellos (fast logisch, denn da singt Peter Kandlinger den Satz «My heart is on fire» und wer so vom Feuer singt, definiert damit gleichzeitig seine Musik). Mit schnurgeraden Mitwipp-Songs wie «SOS», «Babylon» oder «Angel Lost» nimmt das Album erfreulich Fahrt auf. Aber dazwischen machen sich immer wieder Lieder breit, die zwar ganz gut anfangen, aber sich spätestens nach dem zweiten Refrain in der Orientierungslosigkeit verlieren – insbesondere in den Balladen, gemäss Klaus Meine von den Scorpions die Königsklasse der Rocksongs. Nun denn: «Turbulent Waters» ist eine ordentliche, aber nicht zwingende Zwischenstation. Wir bleiben dran.

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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