SETH TIMBS Idle Hands

SETH TIMBS
Idle Hands
Kool Kat Musik

Seth Timbs hat schon mit seiner früheren Band Fluid Ounces (Fl. Oz.) bewiesen, dass er ein hervorragendes Händchen für eingängige und auch vertrackte Indiepop-Musik hat. Von deren Alben sollte Mann und Frau sich beispielsweise «Big Notebook For Easy Piano» (1997) oder «Instant Nostalgia» (2007) zu Gemüte führen. Apropos Piano. Das aktuelle Werk von Seth Timbs «Idle Hands» setzt wieder ebendieses Instrument in den Focus. Die Ecken und Kanten der Anfänge mit Fluid Ounces, als die Band zuweilen wie eine überdrehte Fassung von Ben Folds Five klang, sind vorbei, auch die manchmal zu offensichtlichen Bezüge zu denselben. Der Gute-Laune-Auftakt «You Don’t Want To Go To The Dance» ist einer jener Songs, die man ganz vorne in den Charts sehen möchte. Das indie-folkige «Upstate Girl» glänzt mit wunderbarem Chorgesang. In «Half Life» ist der Multiinstrumentalist Seth Timbs zeitweise wieder nahe an Ben Folds, auf Augenhöhe versteht sich. Der Titeltrack ist eine gefühlvolle Ballade mit tiefgehenden Texten («This Heavy Heart Needs To Lose Some Baggage») der ersten Güte. In «Signs and Omens» liefert Timbs eine Prise Randy Newman und Billy Joel. In «Keep It To Yourself» vereinen sich Eindringlichkeit und Eingängigkeit zu einer wunderbaren Power-Pop-Nummer. Im beschwingt verspielten «Everything’s A Joke To You» beklagt sich Timbs darüber, dass für gewisse Leute alles ein Witz («Why Is Everything A Joke To You? Is That Just A Way To Cope For You?»)  ist. Und im wunderbaren Abschluss, der Ballade «Hesitation» singt Timbs über Zurückhaltung und Zögern. Keine Zurückhaltung gibt es beim Lob über das wunderbare neue Album von Seth Timbs.

Roebi
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