SACRED OUTCRY Towers Of Gold

SACRED OUTCRY
Towers Of Gold
No Remorse Records

mv. Sacred Outcry sind Griechenlands grösster Geheimtipp. Schon das Debutalbum «Damned For All Time» von 2020 war unfassbar gut, kam wie aus dem Nichts und schlug ein wie eine Bombe (die Band hatte auch 14 geschlagene Jahre für die Veröffentlichung gebraucht). Diesmal ging es zum Glück einiges schneller, was aber die Qualität keinesfalls geschmälert hat. Und dies, obwohl das Besetzungskarussell ziemlich heftig gedreht hat seither. Geschrieben hat auch das zweite Album Mastermind George Apalodimas, welcher nun Gitarrist Steve Lado, Drummer Defkalion Dimos und Sänger Daniel Heiman (ex-Lost Horizon, Warrior Path) um sich geschart hat. «Towers Of Gold» ist ein Konzeptalbum und wurde mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und arrangiert. Das fängt beim atemberaubenden Artwork an (der Vinyl-LP liegt zum Glück ein schönes Poster davon bei), geht über die grossartige Produktion bis hin zum fetten Booklet resp. Inlay, wo die Lyrics sowie die Geschichte des Konzepts nachgelesen werden kann. Einzelne Tracks hervorzuheben fällt für einmal sehr schwer, da die Band hier ein Gesamtkunstwerk geschaffen hat, das von der ersten Sekunde bis zum Schlusston den Hörer fesselt und in eine andere Welt entführt. Es ist alles dabei, was das Metallerherz begehrt: ein wunderschönes Akustikintro, sehr schnelle Stücke, hymnische Epen, ein anspruchsvolles, alles überragendes 15 Minuten-Prunkstück sowie eine emotionale Ballade zum Epilog. Dabei schafft es die Band grandios, das beste von europäischem Power Metal sowie US und Epic Metal zu verschmelzen. Der dunkle, sehr epische Sacred Outcry-Metal klingt einerseits eigenständig, lässt trotzdem immer wieder herrliche Erinnerungen an die glorreichen Zeiten von Blind Guardian, Warlord, Virgin Steele, Helloween, Lordian Guard und Manowar aufflammen (der Silver-Vinylbonustrack «Chapter VII klingt tatsächlich wie eine Fortsetzung von Manowar’s Epos «Defender»). Und was Sänger Daniel Heiman hier abliefert, ist echt nicht von dies
er Welt. Der Mann singt in allen Tonlagen mit einer unglaublichen Wucht und Leidenschaft. Alles in allem ist «Towers Of Gold» ein echtes Meisterwerk, welches man immer und immer wieder hören kann und will, weil es so viel zu Entdecken gibt und das Material hohes Suchtpotential hat. Ein grosser Anwärter zum Album des Jahres.

Michael
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Michael Vaucher schreibt seit 2011 für's TRACKS Magazin im Bereich HardRock/Heavy Metal. Zudem ist er der Gründer der Schweizer Metalband EMERALD, welche seit 1995 aktiv ist und bereits 7 Alben veröffentlichte.

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