RIVAL SONS @ Volkshaus – Zurich

13.02.2019. Review by Thomas. Photos by Ian

küm. Rival Sons präsentierten in Zürich Songs aus ihrem brandneuen Studioalbum «Feral Roots» und weitere Hits aus dem Bandrepertoire. Das visuelle Intro zur Show zeigte ein Hundeskelett, das zuerst mit langsam pochendem, dann immer schneller hämmerndem Puls wieder Fleisch auf die Knochen kriegt, inmitten eines blühenden Gartens. Eine Visualisierung der immensen kreativen Produktionsstärke der Gruppe? Seit ihrem Debutalbum im Jahr 2009 haben die Sons fünf weitere Studioalben plus ein extended play record (EP) rausgehauen mit jeweils vorveröffentlichten Singles. Den soulig-rockigen Klang ihrer Kompositionen weiss ein breites Publikum zu schätzen, wie mehrere Top-Ten Plätze in Europa und den US zeigen.

Aber erst mal der Reihe nach: bevor die Rival Sons den ersten Akkord anstimmten, machte die Vorband The Sheepdogs schon mächtig Stimmung im Volkshaus-Saal. Die Qualität des Retro-Blues-Rock war schlicht exzellent. Wer der Spielfreude der Gruppe zuschaut und -hört, spürt instinktiv: hier sind fünf versierte Musiker am Werk, die allesamt die Band tragen. Great stuff! Übrigens stammen die Sheepdogs keineswegs aus den Sümpfen Alabamas, wie der an CCR erinnernde Rock und der rollende Gesang vielleicht vermuten lässt. Die Herren kommen aus dem hohen Norden, genauer Saskatoon (sprich Säskatuuun), Kanada! Also, wer The Sheepdogs noch nicht kennt, mal reinhören und auf die Playlist laden.

Die Rival Sons hatten das Volkshaus schnell eingenommen. Mit dem groovigen «Pressure and Time» kriegte das Publikum heisse Füsse und es wurde getanzt, wo Platz war. Leadsänger Jay Buchanan ist ein Priester des Retro Rock, unterstützt von Scott Holiday – guitar, backing vocals; Mike Miley – drums; und Dave Beste – bass, backing vocals. Sei es mit dem treibenden Gesang in «Sugar on the Bone», begleitet von herrlich verzerrten Gitarrenriffs, dem jubilierenden «Electric Man» oder dem zarten, tröstenden, zum-in-die-Arme-nehmenden «Jordan». Das 2012 mit dem Album «Head Down» veröffentlichte «Jordan» sei ein Stück, das vom Publikum immer gewünscht werde, sagte Sänger Buchanan in seinen eigenen Worten: «it resonates with people». Ein wirklich schöner Song, bei dem man nicht nur in der Nacht zum Valentinstag sein Herzblatt bei sich haben möchte.

Im Volkhaus wurde mit den Songs in dieser Nacht Geschichten erzählt. Deren Inhalt und Verlauf spielte sich im Kopf jedes Individuums im Saal anders ab. Unter anderem mit «Feral Roots», einer bluesigen Ballade, in der man von der Wanderung durch heisse und trockene Länder mit einem Schwall kristallklaren, erfrischenden Sounds erlöst wurde. Wir dürfen hoffen dass uns Rival Sons noch viele Jahre erhalten bleibt und dabei auch Youngsters wie die Grammy nominierten Greta van Fleet inspiriert. Für ihre Fans haben die Rival Sons sicher die höchste musikalische Anerkennung verdient: Verehrung und Treue.

Ian
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Photographer based in Switzerland specializing in live music since 2008. Longtime TRACKS Webmaster and now co-pilot responsible for TRACKS online.

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