RAGE Wings Of Rage

RAGE
Wings Of Rage
Steamhammer/SPV

Es ist schon ein bisschen schräg, wenn Frontkoloss Peavy Wagner auf der Bühne sagt: «Habt ihr Lust auf alte Mucke?», und dann brettert das Trio Songs aus dem Jahr 1985… Viele der Leute im Publikum waren damals noch nicht mal geboren. Aber das hat eben auch sein Schönes: Rage waren immer ein sicherer Wert, und sie sind es bis heute geblieben. Was sich am Konzert auch daran zeigte, dass ein Die-hard im Publikum sämtliche, wirklich sämtliche Songs komplett mitgesungen hat. Und dass die Band ein musikalisch erstaunlich homogenes Konzert spielte, obwohl Rage in ihrer fast vierzigjährigen Bandgeschichte phasenweise thrashmetallig, powermetallig, symphonisch und fricklig waren. Das spricht sehr für die Band. Entsprechend ist «Wings Of Rage», ihr 24. Studioalbum, ein sicherer Wert, und zwar in dem, was die Band am besten kann: Powermetal. Hart geradeaus mit Mitnick-Refrains und einem versierten und anspruchsvollen Riff- und Drum-Spiel. Mit im Genre unvermeidlichen Anlehnungen an andere Bands, hier zum Beispiel an Metallica (die Ballade «Shine A Light») und Blind Guardian («Tomorrow»). Wie immer kann einem Peavy Wagners Gesang ein bisschen mehr gefallen oder ein bisschen weniger. Immerhin ist sie dafür, dass Peavy selbst gefühlte dreitausend Jahre alt ist, doch recht gut.

Highlight dieses durchgehend soliden Albums ist sicher «HTTS 2.0», ein härteres, kompakteres Update des ewiggültigen Krachers «Higher Than The Sky». Nun denn: Rage-Fans: Auf alle Fälle kaufen. Powermetalfans: Auf alle Fälle reinhören. Metalfans: Zieht euch das mal rein.

Christian Hug

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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