PUSH PUPPETS Tethered Together

PUSH PUPPETS
Tethered Together
Flowering Tree Music

Push Puppets sind Wackel- oder Drückfiguren, die in den 1920er Jahren vom Schweizer Walter Kourt Walss erfunden wurden. Wieso sich die aus Chicago stammende Band um Mastermind Erich Specht gerade so taufte, ist nicht überliefert. Was aber auf dem vierten Werk offenkundig ist, ist das sichere Gespür der Push Puppets für grandiose Power-Pop- und Indiepop-Songs. Specht, der alle Songs verfasst hat, kennt alle Tricks und Kniffe, um den Hörer zu begeistern. Es ist eine wohlige Art von Spannung, welche die Push Puppets mit den zehn Songs kreieren. Gutes Beispiel dafür sind der Auftakt «Similar», das zuweilen an Jason Falkner mahnt oder das feingliedrige «This Whole Endeavor». Bei ersterem, das wie eine Art Mini-Oper inklusive Streicher klingt, steuert übrigens kein Geringer als Steve Frisbie von den wunderbaren Frisbie die Backgroundvocals bei. Bei «This Whole Endeavor» ist es die einprägsame Keyboard-Melodie, die trotz ihrer Einfachheit einem nicht mehr aus dem Kopf gehen will. «Tethered Together» (Zusammengebunden) enthält einen ganzen Strauss an unwiderstehlichen Pop-Nummern. Wie auch das sanfte  «Probably», das mit einem wunderbaren aber nicht zu offensichtlichen / aufdringlichen Chorus ausgestattet ist. Oder das bittersüsse «All Together On 3», das nicht zum letzten Mal Push Puppets Nähe zu Crowded House offenbart. «Shake It Like You Mean It» kommt verspielt daher und geht nicht nur ins Herz sondern auch in die Beine. Und das akustisch angehauchte «Hearts Are Fragile», begleitet von einem dezenten Reggae-Groove, mahnt den Hörer, es im Leben zumindest immer zu probieren: «Better To Have Tried And Failed». Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. «Tethered Together» ist von A bis Z eine Wohltat für die Gehörgänge und sollte eigentlich problemlos die US-Charts erklimmen. 

Roebi
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