PROJECT PITCHFORK Fragment

PROJECT PITCHFORK
Fragment
Soulfood/Musikvertrieb

Wenn man wie Peter Spilles und Dirk Scheuber seit 1989 konstant Musik produziert (seit einiger Zeit zusätzlich mit Jürgen Jansen), darf man ruhig zum zweiten Mal eine Album-Trilogie machen (die erste Trilogie erfolgte vor 15 Jahren), auch wenn es thematisch im Grunde um dasselbe geht, was Project Pitchfork seit jeher angetrieben hat: Wer bin ich? Und wenn ja wie viele? Mit der aktuellen Trilogie weiten Project Pitchfork ihr Thema immerhin ein bisschen in den Kosmos aus, im Sinne von: Wer bin ich? Und wenn ja: Wie viele Paralleluniversen gibt es? Spilles singt von «cosmic entropy». Alles klar.
«Fragment», Teil zwei der Trilogie, zeigt wie alle Alben von Project Pitchfork dasselbe Problem auf: Die zwischen Selbstverliebtheit und Selbstekel pendelnden Ich-Betrachtungen dümpeln an der Grenzlinie zwischen unbedarfter Sandkastenpoesie und tiefer greifender Philosophie, und musikalisch gilt das genauso: Die Sounds wechseln von angenehmer Tanzbarkeit («Hearts Got Wings») und ebenso angenehmer Melodiosität («On This Small Blue Planet») zu belanglosem Klingklang (die restlichen acht Songs). Dark Electro nennt sich das. Und innerhalb dieses Genres sind Project Pitchfork immerhin im oberen Fünftel anzusiedeln. Denn wenn sie eine Perle hinkriegen, dann sind das immer tolle Songs.

Christian Hug

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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