PLAY ON: A RASPBERRIES TRIBUTE
Various
Think Like A Key Music
Ich erinnere mich noch gut, wie ich in den 1970ern das Debüt der US-Band The Raspberries erworben hatte. Auf dem Albumcover war ein sogenannter «Scratch And Sniff Sticker» angebracht, der nach dem aufkratzen Himbeerduft verbreitete. Den Duft konnte man noch jahrelang riechen. Auch die Musik der Band um Eric Carmen (2024 verstorben) hallt bis in die heutige Zeit nach. Es gibt immer noch Power- und Indiepop-Bands oder Künstler, die sich auf The Raspberries berufen. Zum Beispiel The Lemon Twigs, Cheap Trick, Darian Sahanaja (Wondermints, Beach Boys. Zombies, Heart) und sogar Kiss. Und natürlich ist ein Tribute-Album auch ein gutes Zeichen für den Status einer Band. «Play on: A Raspberries Tribute» ist nach «Raspberries Preserved (A Tribute)» (1996) bereits die zweite Ehrerbietung an die Band aus Cleveland, Ohio. Ken Sharp (Musiker und Buchautor) ist als einziger auf beiden Veröffentlichungen vertreten. «Play on: A Raspberries Tribute» ist zumindest personell prominenter besetzt. Lou Gramm von Foreigner ist mit dabei, Rock Springfield, Vicki And Debbie Peterson (Bangles), John Waite (Solo, The Babys, Ringo Starr), The Lemon Twigs, Robin Taylor Zander (Solo, Cheap Trick) oder Cherie Currie von den legendären The Runaways. Die 2-CD-Box startet mit dem grössten Hit der Raspberries «Go All The Way» (Platz 5 US-Charts). Der Musiker und Schauspieler Rick Springfield (u.a. «Jessie’s Girl») verpasst der Nummer energetische Frische. Vicki und Debbie Peterson geben «I Wanna Be With You» eine weibliche Note. Katie Ferrara verleiht «Come Around And See Me» eine neue indiefolkige Facette. Die offensichtliche Anlehnung des Originals an die Beatles ist verflogen. Auch Robin Taylor Zander gibt seinem Song, der Liebesballade «Don’t Want To Say Goodbye», einen neuen Anstrich: Weniger Dramatik, mehr Erdverbundenheit. Adelaide Estep verleiht dem wunderbaren «I Saw The Light» eine eigene Intimität. Darian Sahanaja unterstreicht mit seiner ausgefeilten Interpretation von «On The Beach» wieso er n.a. der musikalische Direktor von Brian Wilson war. Die Popdudes um Mike Simmons und John Borack geben «Drivin Around» die xtra Note Beach Boys. Wunderbar. Der leider anfangs 2026 verstorbene Parthenon Huxley (ELO Part II und The Orchestra) lässt «Hard To Get Over A Heartbreak» Tom Petty mässig rocken. Für «Tonight» treffen zwei stimmgewaltige aufeinander: Lou Gramm und Eric Carmen. Ich plädiere auf unentschieden. The Lemon Twigs, die neben Ken Sharp als einzige zweimal vertreten sind, zeigen mit «Let’s Pretend» und «Play On» was sie draufhaben. Ihr Vater Ronnie D’Addario ist übrigens auch vertreten. Kasim Sulton (Todd Rundgren, Meat Loaf, Patti Smith) arbeitet die Essenz von «Cry» besser heraus. Evan Stanley (Sohn von Paul Stanley von Kiss) offeriert eine wunderbar reduzierte Version von «Last Dance». Die Doppel-CD mit 37 Songs ist voll von wunderbaren Interpretationen. Wer dazu noch etwas lesen möchte, kann sich «Overnight Sensation: The Story Of Raspberries» von Ken Sharp geschrieben, zu Gemüte führen. Es wurde wieder aufgelegt.







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