PETER GRANT – EIN LEBEN FÜR LED ZEPPELIN

PETER GRANT – EIN LEBEN FÜR LED ZEPPELIN
DIE GESCHICHTE DES GRÖSSTEN ROCKMANAGERS ALLER ZEITEN
MARK BLAKE
Hannibal Verlag

hh. Literatur über eine der musikalisch bahnbrechendsten und erfolgreichsten Bands aller Zeiten, Led Zeppelin, gibt es zu Hauf. Aber über den Mann, der all das möglich machte und ohne den Zeppelins Karriere definitiv anders verlaufen wäre, kommt hier eine Biografie, die im wahrsten Sinn des Wortes Ihresgleichen sucht.

Peter Grant, ehemaliger Wrestler, Türsteher, Schauspieler, wuchs in einer Zeit und einem Milieu auf, wo der Streitigkeiten nicht per Anwalt sondern auf rustikale Art und Weise gelöst wurden, was speziell in den 50er und 60er Jahren im englischen Musikbusiness an der Tagesordnung war. Grants Lehrmeister war Don Arden (Sharon Osbourne’s Vater), der als Manager vieler erfolgreicher 50er/60er Jahre Bands ob seiner gewalttätigen und mafiösen Methoden zu den berüchtigsten Figuren der Szene gehörte. Wenn auch Grant’s Methoden, um mit seinen Plänen zum Ziel zu kommen, viele Parallelen zu Arden aufweisen, unterschied ihn doch ein grundlegendes Prinzip von den meisten seiner Manager-Kollegen: er betrog seine Künstler nicht – im Gegenteil, er versuchte immer, das Höchstmögliche für seine Musiker herauszuholen. Wo die Mitglieder anderer grosser, erfolgreicher Bands finanziell immer noch am Hungertuch nagten, ihre Manager jedoch Millionen anhäuften, waren Grant’s Künstler (The Yardbirds, Led Zeppelin, Jeff Beck Group, Bad Company) einige der wenigen, wenn nicht die einzigen, die unter seinen Fittichen praktisch von Anfang an Geld verdienten. In der Umsetzung , bedingungslos alles für den Erfolg seiner Künstler zu tun, war Grant allerdings alles andere als zimperlich und hatte dabei auch keine Angst vor anderen mächtigen „Taktgebern“ des internationalen Musikbusiness – im Gegenteil, fast alle hatten Angst vor dem schwergewichtigen britischen Hühnen, der seine Forderungen rigoros durchsetzte. Er baute Led Zeppelin zur weltweit umsatzstärksten Marke auf (sie machten über lange Zeit über 25% des Gesamteinkommens des Atlantic Labels aus) und zwang dabei sogar die mächtige amerikanische Konzertveranstaler-Lobby in die Knie.

Das Buch liest sich spannend wie ein exzellenter Krimi. Die zum Teil unvorstellbaren Fakten und Geschichten pendeln zwischen haarsträubend und wahnsinnig, so wie die gesamte einzigartige Karrieren von Peter Grant, der sich beispielsweise gerne in bar bezahlen liess und ständig Bargeldbeträge in sechsstelliger Höhe in Papiertüten mit sich herumschleppte, und seinen Schützlingen. Autor Mark Blake, der sich bereits mit herausragenden Bios über z.B. Bob Dylan, Pink Floyd oder Queen einen Namen machen konnte, liefert hier jedoch sein Meisterwerk ab. Das Buch ist ein unverzichtbares MUSS für jeden Biografie- und Musikliebhaber. Man muss kein Zeppelin-Fan sein, um sich von dieser Biografie fesseln zu lassen, denn sie ist eine der besten ihrer Art überhaupt.

Hanns
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Hanns, der Gründer von TRACKS, ist der CH-Musikszene seit den 80er-Jahren als Produzent, Musiker und Redaktor eng verbunden. Er war jahrelang Chefredaktor des Schweizer Musikmagazins MUSIC SCENE, des deutschen Magazins MUSIK SZENE und arbeitete für u. a. MUSIK EXPRESS, METAL HAMMER.

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