PENETRATION
Moving Targets / Coming Up For Air
Captain Oi! / Cherry Red Records
Penetration (nach dem gleichnamigen Stooges-Song benannt) waren eine der ersten nordenglischen Punkbands und brachten, wie Sängerin Pauline Murray in einem Interview sagte, den Punk ins kleine Städtchen Ferryhill in der Grafschaft Durham. Gegründet wurde die Band 1976 von Gitarrist und Sonschreiber Gary Chaplin. Im Oktober des gleichen Jahres stiess die 18-jährige Büroangestellte Pauline Murray hinzu. Das erste Konzert gab Penetration im Januar 1977 als Vorgruppe für Slaughter And The Dogs. Mitglieder kamen und gingen. Die Besetzung mit Gary Chaplin, Pauline Murray, Robert Blamire (Bass) und Schlagzeuger Gary Smallman brachte eine gewisse Stabilität. Ende Juni 1977 machte Penetration Probeaufnahmen für Virgin Records, die auf der Doppel-CD «Moving Targets / Coming Up For Air» als «Race Against Time Demos» enthalten sind. Diese führten neben anderem dazu, dass die Band einen 5-Jahres-Vertrag mit einer professionellen Managementfirma (Status Quo, Rory Gallagher) unterschrieb. Ein ungewöhnlicher Schritt für eine Punkband! Das fand auch Gary Chaplin, der bald daraufhin ausstieg. Er wurde durch die beiden Gitarristen Neale Floyd und Fred Purser ersetzt. 1978 erschien das erste Album «Moving Targets» auf dem Markt. Der noch etwas unausgegorene Punk der Demos wich einer wohl überlegten, dynamischen und spannungsgeladenen Mischung aus Punk, Post-Punk und New Wave. Songs wie das hymnische «Future Daze», «Life’s A Gamble», «Nostalgia», das vielschichtige «Too Many Friends» oder das zuweilen poetische «Reunion» sind Klassiker des Genres. Die Entwicklung der Band ist vor allem am Song «Silent Community» festzumachen. Der Demoversion fehlen feine aber wichtige Details wie z.B. das Anschwellen der Gitarren nach dem Intro. Kein Wunder stiess «Moving Targets» bis auf Platz 15 in den britischen Album-Charts vor. Die Aufnahmen zu «Coming Up For Air», ihrem zweiten und letzten Album in ihrer Exsistenz zwischen 1976 und 1979 gestalteten sich schwierig. Die Band hatte nicht genügend Songs und die beiden Gitarristen Fred Purser und Neale Floyd hatten sich heillos zerstritten. Zusammen mit dem Misserfolg der Platte führte das zur Auflösung der Band. Rückblickend gesehen, ist «Coming Up For Air» keineswegs schlecht, im Gegenteil. Songs wie die Post-Punk-Hymnen «Shout Above The Noise» und «Come Into The Open» oder «Last Saving Grace», «Challenge», das vielschichtige «Party’s Over» (inklusive akustischer Gitarre) oder das angriffige «On Reflection» klingen auch heute noch frisch und spannend. Pauline Murray schloss sich anschliessend der Band The Invisible Girls an und veröffentlichte später unter diversen Namen. 2001 fand die Band unter der Führung von Murray und Blamire wieder zusammen. 2015 erschien mit «Resolution» gar ein neues Album. Auch ist die Band wieder Live unterwegs.


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