OTHER LIVES For Their Love

OTHER LIVES
For Their Love
MV

Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Das amerikanische Quintett Other Lives nimmt sich diese Redensart zu Herzen. Fünf Jahre sind seit ihrem letzten Album «Rituals» ins Land gezogen. Die Wartezeit hat sich mehr als gelohnt. «For Their Love» ist von Anfang bis Ende ein grosser Wurf geworden. Dramatik, Weite, Tiefe, Kraft, Weitsicht, Poesie und Erhabenheit zeichnen die zehn Songs aus, die übrigens in Eigenregie in einer Hütte in Oregon aufgenommen wurden. Den Auftakt «Sound Of Violence», musikalisch irgendwo zwischen Lee Hazlewood und Ennio Morricone angesiedelt, könnte man gut als auf Donald Trump gemünzt deuten:  «Great Destroyer, You Plant The Seed. Live In Guilt And The Loser’s Grief. But Nothing Compares To The Sound Of Their Violence.» «Lost Day» ist wieder nahe bei Morricone’s cineastischer Kraft, abgeschmeckt mit einer Spur Wall Of Voodoo. «Cops» überrascht mit luftigen Pop-Melodien und eingestreuten Cure-Gitarren und New-Order-Bassläufen. Der Titeltrack klingt die ersten zwei Minuten wieder der Soundtrack zu einem epischen Spaghetti-Western. Mit dem Einsetzen des Gesangs wird die Dramatik fast spielerisch aufgelockert. «Dead Language» ist zu Beginn ein sanfter spartanischer Folksong mit leiser Melancholie. Frauenchöre und Anleihen an Lee Hazlewood und Ennio Morricone verleihen ihm filmreife Dramatik. «Hey Hey» versprüht einmal mehr poppige Momente. Und der Abschluss «Sideways» beendet «For Their Love» mit einem Schuss geheimnisvoll poetischer Melancholie: «Dust Fills The Air, Tired And Worn. I Heard You Laughing Aloud It Was Only A Ghost. Now I Hit The Morning with My Own Shadow.»

Roebi
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