NIGHT VIPER Exterminator

rwg. Night Viper ist Heavy Metal aus Schweden, genauer gesagt aus Göteborg und wurde 2014 u.a. vom Wahl-Skandinavier Tom Sutton (Horisont, The Order Of Israfel, ex-Church Of Misery) und Sängerin Sofie Lee Johansson gegründet.

Im Beipackzettel der Promoagentur steht was von Metallica-Riffing (wohlgemerkt aus den Kill’Em All Anfangstagen), organischem Sound und vielen catchy Melodien.

Soweit kann ich bereits beim ersten Reinhören diesen Aussagen nur recht geben.

Exterminator ist das zweite Album nach ihrem selbstbetitelten Debut aus dem Jahr 2015.

Die Band will es offensichtlich auch bezüglich Liveshows und Touren wirklich noch wissen was heutzutage noch zu holen ist und so war man bereits u.a. mit Dead Lord, Lizzies und Demon Head unterwegs, sowie mit einer eigenen Headlinertour zu Beginn dieses Jahres und spielte Festivalshows auf dem Muskelrock (Schweden), auf dem international bekannten Roadburn Festival in den Niederlanden und am Hell Over Hammaburg (Deutschland).

Und was bietet nun die zweite Scheibe der Band konkret. Nun, abermals wie auch auf dem Debut, sind Elemente der Kill’Em All Ära Metallica’s vorhanden, wie bereits erwähnt. Und davon nicht zu knapp bzw. macht dies sicherlich den grössten Anteil der Platte aus, nur in diesem Fall dann mit einer weiblichen Metalstimme eben.

Darüber hinaus findet man sicherlich eine Prise Judas Priest, sowie Motörhead-Anleihen (von der Metal-Seite Motörhead’s) und weitere typische Anfangs-Mitte 80er Heavy Metal Trademarks.

Das Ganze präsentiert sich in einem sehr natürlichen, rohen und angenehmen Sound, auf welchem Frontfrau Sofie schön rotzig und teilweise auch aggressiv singt, schreit und manchmal sogar brüllt.

So muss echter Metal sicherlich auch sein. Mit Hingabe, ehrlich, ohne Firlefanz, ohne Rücksicht auf Verluste und den imaginären Stiefel immer bis zum Anschlag im Gesicht des Gegners.

Vor allem hervorzuheben sind Anspieltipps wie der Opener No Escape, der Titelsong, Lady Bad Luck (mit Mercyful Fate Gedenk-Rhythmik) und auch On The Run (Mid-Tempo Metal mit Blues-Skala vom Feinsten).

In diesem Zusammenhang kann man bezüglich des Songmaterials der Band sicherlich eine hohe Abwechslung nicht absprechen.

Also was bleibt am Ende des Tages? Antwort: Eine wirklich gute Platte.

Die Band hat wirklich eigentlich alles richtig gemacht, beweist Geschmack und ein gutes Händchen für Songwriting.

Die ganz grossen Hooks, Harmonien und Refrains, welche mich jetzt wochenlang verfolgen würden, sind aber leider doch nicht dabei.

Diese Einschätzung ist aber in dem Fall wirklich sehr subjektiv und bei individuellem Geschmack reden wir ja nicht von Objektivität, nicht wahr?

In einer Livesituation könnte ich mir sicherlich vorstellen, dass dann die Post wirklich abgeht.

Wer Bock auf gut gemachten Heavy Metal hat, sollte reinhören.

Wer sich die Zeit nicht nehmen will, weiss jetzt zumindest mehr über diese Band und kann dann evtl. beim nächsten Album nochmals einen Anlauf nehmen.

NIGHT VIPER

Exterminator

Listenable Records/Edel